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01/2015 - Frühes Mammakarzinom: Tumorbiologie korreliert mit Häufigkeit brusterhaltender Operationen

 

Nach einer neoadjuvanten Chemotherapie sind bei Frauen mit frühen, dreifach negativen oder HER2-positiven Mammakarzinomen häufiger brusterhaltende Operationen möglich als bei hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen Karzinomen. Die komplette pathologische Ansprechrate ist bei dreifach negativen oder HER2-positiven Tumoren ebenfalls höher.

 

Die prospektive ACOSOG Z107-Studie untersuchte zwischen 2009 und 2011 bei Patientinnen mit lymphknotenpositiven Mammakarzinomen den Effekt der Wächterlymphknoten-Entfernung. In der hier vorgestellten Untersuchung wird anhand der ACOSOG Z107-Daten analysiert, welchen Einfluss die Tumorbiologie auf die brusterhaltende Operationsrate und die komplette pathologische Ansprechrate hat.

 

Die Studie schloss 756 Patientinnen mit primären invasiven Mammakarzinomen
(T0-T4, N1-N2, M0) und abgeschlossener oder geplanter neoadjuvanter Chemotherapie ein. Vor Beginn der Behandlung wurden Östrogenrezeptor-Status, Progesteronrezeptor-Status und HER2-Status bestimmt. Die Operation erfolgte innerhalb von 6 Wochen nach Abschluss der neoadjuvanten Behandlung.

 

Für die Analyse standen die Daten von 694 Frauen mit pathologischen Befunden von Brust und Axilla zur Verfügung.

  • 170 (24,5%) hatten dreifach negative Tumore
  • 207 (29,8%) waren HER2-positiv
  • 317 (45,7%) hormonrezeptorpositiv, aber HER2-negativ.

Alter, T-Stadium, Tumorgröße bei Erstdiagnose und Lymphknotenstatus waren in den drei Gruppen vergleichbar.

 

Bei 40% der Frauen war eine brusterhaltende Operation möglich. Dreifach-negative und HER2-positive Patientinnen konnten signifikant häufiger brusterhaltend operiert werden als hormonrezeptorpositive, HER2-negative Frauen (46,8% bzw. 43,0% vs. 34,5%; p = 0,019). Reoperationen waren bei hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen Tumoren ebenfalls häufiger als bei dreifach negativen oder HER2-positiven Erkrankungen (9,8% vs. 3,5% bzw. 6,8%; p = 0,039). Neben HER2-positiver und dreifach negativer Erkrankung waren auch höheres Alter und niedrigeres Tumorstadium signifikante Prädiktoren für brusterhaltende Operationen.

 

33,8% der Patientinnen hatten ein pathologisches komplettes Ansprechen. Die komplette Ansprechrate war bei Patientinnen mit dreifach negativen oder HER2-positiven Tumoren signifikant höher als bei Frauen mit hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen Tumoren (47,9% bzw. 50,2% vs. 15,5%; p < 0,0001).

 

Quelle: Boughey JC et al. Tumor biology correlates with rates of breast-conserving surgery and pathologic complete response after neoadjuvant chemotherapy for breast cancer: findings from the ACOSOG Z1071 (Alliance) Prospective Multicenter Clinical Trial. Ann Surg 2014; 260: 608-616