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01/2015 - Fortgeschrittenes Magenkarzinom: FOLFIRI zögert Therapieversagen hinaus

 

Die FOLFIRI-Erstlinientherapie (Fluorouracil/Folinsäure/Irinotecan) ist bei fortgeschrittenen Magenkarzinomen mit einer signifikant längeren Zeit bis zum Therapieversagen assoziiert als ECX (Epirubicin/Cisplatin/Capecitabin).

 

Fortgeschrittene Adenokarzinome des Magens haben eine sehr schlechte Prognose, unbehandelt beträgt die mediane Überlebensdauer lediglich 3 bis 6 Monate. Eine französische offene Phase-III-Studie verglich jetzt eine Irinotecan-basierte Erstlinientherapie (FOLFIRI) mit ECX.

 

Die Studie randomisierte 416, median 61,4 Jahre alte Patienten mit lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Adenokarzinomen des Magens oder des Übergangsbereiches vom Ösophagus zum Magen zu einer Erstlinientherapie mit FOLFIRI oder ECX.

 

Die Erstlinientherapie erfolgte bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität. Vorab definierte Zweitlinientherapie war ECX im FOLFIRI-Arm und FOLFIRI im ECX-Arm. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum Therapieversagen, sekundäre Endpunkte waren progressionsfreies Überleben, Gesamtüberleben, Toxizität und Lebensqualität.

 

  • Median erhielten die Patienten der FOLFIRI-Gruppe drei Behandlungszyklen
  • ECX-Patienten zwei
  • 48 % der ECX-Patienten und 39 % der FOLFIRI-Patienten erhielten eine Zweitlinientherapie.

 

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 31 Monaten war die mediane Zeit bis zum Versagen der Erstlinientherapie mit ECX signifikant kürzer als in der FOLFIRI-Gruppe (4,24 Monate vs. 5,08 Monate, Hazard Ratio 0,77, p = 0,008).

Eine Krankheitsprogression war der wichtigste Grund für den Abbruch der Erstlinientherapie (48 % im ECX-Arm, 61 % im FOLFIRI-Arm).

 

Das mediane progressionsfreie Überleben unterschied sich in beiden Behandlungsgruppen nicht signifikant (ECX: 5,29 Monate, FOLFIRI 5,75 Monate; p = 0,96). Auch bei der medianen Gesamtüberlebensdauer gab es keine signifikanten Unterschiede (ECX: 9,49 Monate; FOLFIRI 9,72 Monate, p = 0,95).

Die objektive Ansprechrate war mit beiden Behandlungen ebenfalls vergleichbar (ECX: 39,2 %; FOLFIRI: 37,8 %).

 

ECX war mit signifikant mehr dritt- und viertgradigen Toxizitäten assoziiert als FOLFIRI (84 % vs. 69 %; p < 0,001). Höhergradige hämatologische unerwünschte Ereignisse waren mit ECX ebenfalls häufiger (64,5 % vs. 38 %). Die Lebensqualität war mit beiden Behandlungen vergleichbar.

 

Die Autoren schlussfolgern, dass FOLFIRI eine akzeptable Erstlinientherapie für Patienten mit fortgeschrittenen Magenkarzinomen ist. Sie empfehlen FOLFIRI als Basistherapie bei Behandlung mit zielgerichteten biologischen Therapien weiter zu untersuchen.

 

Quelle: Guimbaud R et al. Prospective, randomized, multicenter, phase III study of fluorouracil, leucovorin, and irinotecan versus epirubicin, cisplatin, and capecitabine in advanced gastric adenocarcinoma: a French intergroup (Fédération Francophone de Cancérologie Digestive, Fédération Nationale des Centres de Lutte Contre le Cancer, and Groupe Coopérateur Multidisciplinaire en Oncologie) study. J Clin Oncol 2014; 32: 3520-3526