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01/2015 - Anthracycline plus Taxane bei frühem Brustkrebs: Ist die zweiwöchentliche Gabe besser?

 

Die adjuvante zweiwöchentliche Anthracyclin/Taxan-Therapie führt bei Frauen mit frühem Hochrisiko-Brustkrebs zu einem vergleichbaren krankheitsfreien Überleben wie die wöchentliche Applikation. Frauen mit HER2-negativen, hormonrezeptornegativen Tumoren haben bei zweiwöchentlicher Gabe jedoch ein besseres Gesamtüberleben.

 

Obwohl seit Verfügbarkeit der Taxane keine neuen zytotoxischen Substanzen erfolgreich in die Behandlung des frühen Brustkrebses eingeführt wurden, ermöglichten Variationen von Dosierungen und Schemata Verbesserungen der Behandlungsergebnisse.

 

Die SWOG S0221-Studie verglich jetzt bei 2716 Patientinnen mit frühem Hochrisiko-Brustkrebs die adjuvante zweiwöchentliche Anthracyclin/Taxan-Applikation mit der wöchentlichen Gabe. Die Randomisierung erfolgte in vier Gruppen:

  • Gruppe 1: 60 mg/m² Doxorubicin i.v. plus 600 mg/m² Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 alle 2 Wochen für 6 Zyklen sowie 175 mg/m² Paclitaxel i.v. an Tag 1 alle zwei Wochen für 6 Zyklen
  • Gruppe 2: 24 mg/m² Doxorubicin i.v einmal wöchentlich plus 60 mg/m²/Tag Cyclophosphamid oral für 15 Wochen sowie 175 mg/m² Paclitaxel i.v. an Tag 1 alle zwei Wochen für 6 Zyklen
  • Gruppe 3: 60 mg/m² Doxorubicin i.v. plus 600 mg/m² Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 alle 2 Wochen für 6 Zyklen sowie 80 mg/m² sowie Paclitaxel i.v. einmal wöchentlich für 12 Wochen
  • Gruppe 4: 24 mg/m² Doxorubicin i.v einmal wöchentlich plus 60 mg/m²/Tag Cyclophosphamid oral für 15 Wochen sowie 80 mg/m² sowie Paclitaxel i.v. einmal wöchentlich für 12 Wochen

 

Zusätzlich erhielten alle Frauen Pegfilgrastim und/oder Filgrastim. Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben, sekundärer Endpunkt das Gesamtüberleben.

 

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 6 Jahren wurden zwischen den Behandlungsgruppen keine signifikanten Unterschiede beim krankheitsfreien Überleben beobachtet (p = 0,11). Die Hazard Ratios relativ zu Gruppe 1 (zweiwöchentliche Gabe) betrugen 1,32 (p = 0,022) für Gruppe 2, 1,24 (p = 0,072) für Gruppe 3 und 1,12 (p = 0,38) für Gruppe 4.

 

Für den sekundären Endpunkt Gesamtüberleben gab es dagegen eine signifikante Interaktion mit der Behandlung (p = 0,010). Die Hazard Ratios der vier Gruppen unterschieden sich statistisch signifikant (p = 0,040).

Gruppe 1 (beide Substanzen wurden alle 2 Wochen gegeben) hatte das beste Gesamtüberleben.

Die Hazard Ratios für das Gesamtüberleben relativ zu Gruppe 1 (zweiwöchentliche Gabe) betrugen

  • 1,44 (p = 0,013) für Gruppe 2
  • 1,46 (p = 0,011) für Gruppe 3
  • 1,24 (p = 0,17) für Gruppe 4.

 

→ Eine Subgruppenauswertung zeigte jedoch, dass dieser Überlebensvorteil auf Patienten mit HER2-negativen, hormonrezeptornegativen Tumoren beschränkt war.

 

Quelle: Budd GT et al. SWOG S0221: A Phase III trial comparing chemotherapy schedules in high-risk early stage breast cancer. J Clin Oncol 2015; 33: 58-64