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03/2015 - Fortgeschrittenes Leiomyosarkom des Uterus: Bevacizumab ist nicht effektiv

 

Bei Patientinnen mit metastasiertem Leiomyosarkom des Uterus hat die Addition von Bevacizumab zur Erstlinientherapie Gemcitabin/Docetaxel im – Vergleich zu Gemcitabin/Docetaxel allein – keinen zusätzlichen Effekt auf progressionsfreies Überleben, Gesamtüberleben und objektive Ansprechrate.

 

Patientinnen mit fortgeschrittenem Leiomyosarkom des Uterus haben eine schlechte Prognose. Nur wenige Chemotherapeutika sind gegen diese Sarkome aktiv, darunter die Kombination Gemcitabin/Docetaxel. Nachdem in einer Phase IB-Studie mit Gemcitabin/Docetaxel und zusätzlichem Bevacizumab bei Chemotherapie-naiven Patienten mit Weichteilsarkomen eine Ansprechrate von über 30% und eine mediane Ansprechdauer von 6 Monaten beobachtet wurde, verglich eine doppelblinde Phase-III-Studie die Dreierkombination mit Gemcitabin/Docetaxel + Placebo bei uterinen Leiomyosarkomen.

 

107 Chemotherapie-naive, median 55 Jahre alte Patientinnen, mit metastasiertem, inoperablem Leiomyosarkom wurden zu Gemcitabin/Docetaxel + Placebo (n = 54) oder Gemcitabin/Docetaxel + Bevacizumab (n = 53) randomisiert. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Sekundäre Endpunkte waren Gesamtüberleben und objektive Ansprechrate.

 

  • Das mediane progressionsfreie Überleben betrug bei der ersten Interim-Analyse mit Gemcitabin/Docetaxel 6,2 Monate im Vergleich zu 4,2 Monaten mit zusätzlicher Bevacizumab-Gabe (p = 0,58).
    Da aufgrund dieser Daten kein Benefit durch die zusätzliche Gabe von Bevacizumab zu erwarten war, wurde beschlossen, die Studie vorzeitig abzubrechen.
  • Während der medianen Nachbeobachtungsdauer von 25 Monaten wurden bei 31,5% der Gemcitabin/Docetaxel + Placebo-Patientinnen ein objektives Ansprechen beobachtet im Vergleich zu 35,8% mit der Dreierkombination.
  • Die mediane Gesamtüberlebensdauer erreichte mit der Zweierkombination 26,9 Monate und mit Gemcitabin/Docetaxel + Bevacizumab 23,3 Monate.
  • Nach 12 Monaten lebten noch 26,4% der Gemcitabin/Docetaxel-Patientinnen – ohne Anzeichen einer Krankheitsprogression – im Vergleich zu 25% der Patientinnen, die die Dreierkombination erhielten.

 

Die Zugabe von Bevacizumab zu Gemcitabin/Docetaxel führte zu keiner Steigerung der Inzidenzen von Neutropenie, Thrombozytopenie oder Anämie. 4 Patienten mit der Dreierkombination entwickelten jedoch eine drittgradige Hypertonie (Gemcitabin/Docetaxel: 0 Patientinnen) sowie 6 eine zweitgradige Hypertonie (Gemcitabin/Docetaxel: 7 Patientinnen).

 

Da Bevacizumab das Outcome der Patientinnen mit fortgeschrittenem Leiomyosarkom des Uterus nicht verbessert, bleibt Gemcitabin/Docetaxel die Standard-Erstlinientherapie, schlussfolgern die Autoren.

 

Quelle: Hensley ML et al. Randomized phase III trial of gemcitabine plus docetaxel plus bevacizumab or placebo as first-line treatment for metastatic uterine leiomyosarcoma: an NRG Oncology/Gynecologic Oncology Group Study. J Clin Oncol 2015; 33, doi/10.1200/JCO.2014.58.3781