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05/2015 - Fortgeschrittenes Mammakarzinom: Eribulin und Capecitabin vergleichbar

 

Eribulin führt bei Patientinnen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom im Vergleich zu Capecitabin zu keiner Überlebensverlängerung. Weder das Gesamtüberleben noch das progressionsfreie Überleben werden signifikant verbessert.

 

Eribulin-Mesylat ist ein nicht Taxan-basierter Inhibitor der Mikrotubulus-Dynamik, der zur antineoplatischen Wirkstoffklasse der Halichondrine gehört. In einer ersten Phase-III-Studie bei fortgeschrittenem Mammakarzinom wurde Eribulin mit der von den Ärzten individuell festgelegten Behandlung verglichen. Das mediane Überleben betrug in dieser Studie mit Eribulin 13,2 Monate im Vergleich zu 10,5 Monaten in der Kontrollgruppe (p < 0,01). In der vorliegenden zweiten Phase-III-Studie wurde Eribulin mit Capecitabin verglichen.

 

1102 Patientinnen mit histologisch oder zytologisch bestätigtem Mammakarzinom und bis zu drei vorausgegangenen Chemotherapien (adjuvante Behandlung, plus Anthracyclin- und Taxan-Therapie der metastasierten Erkrankung) wurden zu Eribulin oder Capecitabin als Erst-, Zweit- oder Drittlinien-Chemotherapie randomisiert. Primäre Endpunkte waren Gesamtüberleben und progressionsfreies Überleben.

 

Das mediane Überleben betrug:

  • mit Eribulin 15,9 Monate
  • mit Capecitabin 14,5 Monaten
  • HR 0,88; 95 % KI: 0,77 - 1,00; p = 0,056

 

Das mediane progressionsfreie Überleben betrug:

  • 4,1 Monate mit Eribulin
  • 4,2 Monate mit Capecitabin
  • HR 1,08; 95 % KI: 0,93 - 1,25; p = 0,30

Nach Prüfarzt-Beurteilung betrug das progressionsfreie Überleben:

  • 4,2 Monate mit Eribulin
  • 4,1 Monate mit Capecitabin

Die Gesamtansprechrate erreichte entsprechend der unabhängigen Beurteilung:

  • 11,0% mit Eribulin
  • 11,5 % mit Capecitabin (p = 0,85)

Nach Einschätzung der Prüfärzte waren es:

  • 16,1% mit Eribulin
  • 19,9% mit Capecitabin.

 

Schwere unerwünschte Ereignisse wurden bei 17,5% der Eribulin- und 21,1% der Capecitabin-Patientinnen berichtet, 2,2% bzw. 3,5% der Ereignisse wurden als lebensbedrohlich eingestuft.

Eine Verlängerung des stationären Aufenthaltes aufgrund unerwünschter Ereignisse war bei 13,4% bzw. 17,0% der Patientinnen erforderlich.

Häufigste unerwünschte Ereignisse mit Eribulin waren Neutropenien, Leukopenien, generalisierte periphere Neuropathien, Alopezie und Nausea. 7% der Eribulin-Patientinnen entwickelten dritt- oder viertgradige generalisierte periphere Neuropathien.

 

Quelle: Kaufman PA, et al. Phase III open-label randomized study of eribulin mesylate versus capecitabine in patients with locally advanced or metastatic breast cancer previously treated with an anthracycline and a taxane. J Clin Oncol 2015; 33: 594-601