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07/2015 - Früher Lymphknoten-positiver Brustkrebs: Dosisverdichtete adjuvante Therapie vorteilhaft

 

Im Vergleich zur üblichen Standardchemotherapie verbessert eine dosisverdichtete adjuvante Behandlung das krankheitsfreie und das Gesamt-Überleben von Frauen mit frühem, Lymphknoten-positivem Brustkrebs. Zusätzliches Fluorouracil hat keinen Effekt.

 

Adjuvante Anthrazyklin/Taxan-Chemotherapien verbessern die Prognose von Patientinnen mit frühem Brustkrebs. Auch Dosisverdichtungen wurden in einer Reihe von randomisierten Studien bereits untersucht. Allerdings unterschieden sich die Behandlungen häufig in den Studienarmen (z. B. Anzahl der Zyklen, Dosierung, Gesamtdosis, Arzneimittel) so stark, dass der Beitrag der Dosisverdichtung zum Ergebnis nicht exakt definiert werden konnte. Die Rolle von Fluorouracil in der adjuvanten Brustkrebstherapie wurde bisher noch gar nicht bestimmt.

 

Eine italienische Studie randomisierte jetzt 2.091 Patientinnen mit frühem, operablem, Lymphknoten-positivem Brustkrebs zu vier verschiedenen Therapieregimen:

  1. Vier dreiwöchentliche Zyklen Epirubicin (90 mg/m²) plus Cyclophosphamid (600 mg/m²) jeweils an Tag 1 gefolgt von vier dreiwöchentlichen Zyklen Paclitaxel (175 mg/m²) an Tag 1 (Standardintervall-Chemotherapie)
  2. Vier dreiwöchentliche Zyklen Fluorouracil (600 mg/m²), Epirubicin (90 mg/m²) plus Cyclophosphamid (600 mg/m²) jeweils an Tag 1 gefolgt von vier dreiwöchentlichen Zyklen Paclitaxel (175 mg/m²) an Tag 1 (Standardintervall-Chemotherapie plus Fluorouracil)
  3. Dieselben Dosierungen und Arzneimittel wie in Therapiearm 1, die Behandlung erfolgte jedoch im zweiwöchentlichen Rhythmus (dosisverdichtete Chemotherapie)
  4. Dieselben Dosierungen und Arzneimittel wie in Therapiearm 2, die Behandlung erfolgte jedoch im zweiwöchentlichen Rhythmus (dosisverdichtete Chemotherapie plus Fluorouracil)

 

Primärer Endpunkt der Studie war das krankheitsfreie Überleben. Sekundäre Endpunkte waren u. a. Gesamtüberleben und Sicherheit.

 

Während einer medianen Beobachtungsdauer von 7 Jahren wurden in der gesamten Studienpopulation 521 krankheitsfreie Überlebens-Ereignisse beobachtet. Der Dosisdichtenvergleich ergab einen klaren Vorteil für die zweiwöchentliche Behandlung:

  • Die krankheitsfreie 5-Jahresüberlebensrate betrug mit dosisverdichteter Chemotherapie 81% im Vergleich zu 76% unter Standardintervall-Chemotherapie (Hazard Ratio: 0,77; p = 0,004).
  • Bei zweiwöchentlicher Behandlung wurde eine 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate von 94% erreicht, bei dreiwöchentlicher Chemotherapie waren es 89% (Hazard Ratio: 0,65; p = 0,001).

Die zusätzliche Gabe von Fluorouracil führte zu keiner Verbesserung der Überlebensparameter:

  • Die krankheitsfreie 5-Jahres-Überlebensrate betrug in beiden Fluorouracil-Gruppen 78% im Vergleich zu 79% ohne Fluorouracil (Hazard Ratio: 1,06; p = 0,56).
  • Die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate erreichte mit Fluorouracil 91%, ohne Fluorouracil waren es 92% (Hazard Ratio: 1,16; p = 0,234).

 

Im Vergleich zur dreiwöchentlichen Gabe wurden bei Dosisverdichtung mehr

  • dritt- oder viertgradige Anämien (1,4% vs. 0,2 %),
  • Transaminasenerhöhungen (1,9% vs. 0,4%)
  • und Myalgien (3,1% vs. 1,6%) beobachtet.
  • Dritt- und viertgradige Neutropenien waren dagegen seltener (14,9% vs. 44,0%).
  • Die Zugabe von Fluorouracil war mit mehr Neutropenien, Fieber, Übelkeit und Erbrechen assoziiert.

 

Quelle: del Mastro L, et al. Fluorouracil and dose-dense chemotherapy in adjuvant treatment of patients with early-stage breast cancer: an open-label, 2 × 2 factorial, randomised phase 3 trial. Lancet 2015; 385: 1863-72