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07/2015 - Früher Brustkrebs: Weniger febrile Neutropenien mit Pegfilgrastim

 

Patientinnen mit frühem Brustkrebs entwickeln unter einer adjuvanten Chemotherapie mit Docetaxel plus Cyclophosphamid signifikant seltener eine febrile Neutropenie, wenn sie gleichzeitig Pegfilgrastim erhalten.

 

Die febrile Neutropenie ist eine potentiell lebensbedrohliche Chemotherapie-Komplikation. Das Risiko kann durch Dosisreduktion oder Verlängerung der Dosierungsintervalle reduziert werden, beide Maßnahmen beeinträchtigen jedoch die Effektivität der Chemotherapie.

 

Eine multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte japanische Phase-III-Studie untersuchte jetzt die Effektivität von Pegfilgrastim bei Patientinnen mit frühem Brustkrebs (Stadium I-III), die eine adjuvante Standard-Chemotherapie mit Docetaxel plus Cyclophosphamid erhielten.

 

Allen Patientinnen wurden 4-6 dreiwöchentliche Docetaxel/Cyclophosphamid-Chemotherapiezyklen (75 mg/m² Docetaxel plus 600 mg/m² Cyclophosphamid jeweils an Tag 1) verabreicht. Am 2. Tag der Behandlungszyklen erhielten die Patientinnen zusätzlich randomisiert und doppelblind Pegfilgrastim (3,6 mg) subkutan oder Placebo. Primärer Endpunkt war der Prozentsatz der Patientinnen, die eine febrile Neutropenie entwickelten. Sekundäre Endpunkte waren Inzidenz einer febrilen Neutropenie während des ersten Chemotherapie-Zyklus, viertgradige Neutropenien, stationäre Einweisungen wegen febriler Neutropenie und die Zahl der Patientinnen, die wegen febriler Neutropenien mit Antibiotika behandelt wurden.

 

In die Studie wurden insgesamt 351 japanische Frauen aufgenommen, 177 wurden zu Pegfilgrastim und 174 zu Placebo randomisiert.

 

Die Inzidenz der febrilen Neutropenie unterschied sich zwischen beiden Behandlungsgruppen signifikant:

 

  • 2 von 173 (1,2%) auswertbaren Pegfilgrastim-Patientinnen im Vergleich zu 119 von 173 (68,8%) Placebo-Patientinnen entwickelten febrile Neutropenien
    (p < 0,001).
  • Während des ersten Chemotherapie-Zyklus hatte nur eine (0,6%) Pegfilgrastim-Patientin im Vergleich zu 100 (57,8%) Placebo-Patientinnen eine febrile Neutropenie.
  • Viertgradige Neutropenien wurden bei 7 (4,0%) Pegfilgrastim- und 173 (100%) Placebo-Patientinnen dokumentiert.
  • Ältere Patientinnen der Placebogruppe hatten im Vergleich zu jüngeren Patientinnen ein höheres Risiko für febrile Neutropenien.

 

  • Knochenschmerzen, eine bekannte Nebenwirkung von G-CSF, berichteten 6,4% der Pegfilgrastim- und 2,3% der Placebo-Patientinnen.
  • Rückenschmerzen berichteten 19,1% bzw. 15,0%. Antikörper gegen Pegfilgrastim oder Filgrastim wurden bei keiner Patientin gefunden.

 

Quelle: Kosaka Y, et al. Phase III placebo-controlled, double-blind, randomized trial of pegfilgrastim to reduce the risk of febrile neutropenia in breast cancer patients receiving docetaxel/cyclophosphamide chemotherapy. Support Care Cancer 2015; 23: 1137–1143