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09/2015 - Hormonrezeptor-positiver Brustkrebs: Palbociclib verlängert Überleben

 

Frauen mit fortgeschrittenem Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs profitieren von einer Behandlung mit Palbociclib. Zusätzlich zu Fulvestrant gegeben, erhöht Palbociclib die Dauer des progressionsfreien Überlebens.

 

Trotz Fortschritten in der endokrinen Therapie entwickeln viele Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs Rezidive. Diese Patientinnen profitieren kaum von Aromatasehemmern oder Tamoxifen und auch Fulvestrant hat nur eine begrenzte Aktivität.

 

Palbociclib hemmt mit hoher Selektivität die Cyclin-abhängigen Kinasen 4 und 6, die die Brustkrebs-Proliferation bei Frauen mit endokriner Resistenz fördern.

 

Eine doppelblinde Phase-3-Studie verglich jetzt bei 521 Frauen mit fortgeschrittenem Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs und Progression unter endokriner Therapie Palbociclib plus Fulvestrant mit Placebo plus Fulvestrant.

 

  • Palbociclib wurde in vierwöchentlichen Zyklen drei Wochen lang in einer Dosis von 125 mg/Tag oral, gefolgt von einer Woche Pause verabreicht.
  • Fulvestrant erhielten die Patientinnen als intramuskuläre Injektionen in Dosen von 500 mg. Die ersten drei Injektionen wurden zunächst im Abstand von 14 Tagen verabreicht, die folgenden vierwöchentlich.
  • Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Die Behandlung erfolgte bis zur Krankheitsprogression.

 

Das mediane Alter der teilnehmenden Patientinnen betrug 57 Jahre, knapp 60% der Frauen hatten viszerale Metastasen. Zwei Drittel waren sowohl Östrogen- als auch Progesteronrezeptor-positiv.

 

Bei der ersten Interim-Analyse hatten 102 Patientinnen der Palbociclib-Gruppe (n = 347) und 93 Patientinnen der Placebogruppe (n = 174) eine Progression oder waren verstorben. Damit erreichte die Studie bereits zum Zeitpunkt der Interim-Analyse den primären Endpunkt.

 

  • Das mediane progressionsfreie Überleben betrug in der Palbociclib-Gruppe 9,2 Monate im Vergleich zu 3,8 Monaten mit Placebo
    (Hazard Ratio: 0,42; 95 % KI: 0,32 - 0,56; p < 0,001).
  • Der progressionsfreie Überlebens-Benefit war in den analysierten Subgruppen (z. B. Prämenopause versus Postmenopause) konsistent.
  • Die klinische Benefit-Rate (Ansprechen oder anhaltende Krankheitsstabilisierung) betrug zum Zeitpunkt der Interim-Analyse 34,0% in der Palbociclib- und 19,0% in der Placebogruppe (p < 0,001).

 

Die Gesamtüberlebensdaten sind noch nicht aussagefähig. Zum Zeitpunkt der Interim-Analyse waren 28 Palbociclib- (5,5%) und 9 (5,2%) Placebo Patientinnen verstorben.

 

Häufigste unerwünschte Ereignisse waren in der Palbociclib-Gruppe Neutropenie, Leukopenie, Fatigue und Übelkeit. Dritt- und viertgradige Neutropenien wurden bei 62% der Palbociclib- und 0,6% der Placebo-Patientinnen beobachtet.

 

Turner NC et al. Palbociclib in hormone-receptor-positive advanced breast cancer. N Engl J Med 2015; 373: 209-219