Impressum Kontakt Sitemap
Servicebereich - News

09/2015 - Magenkarzinom: Gutes Ansprechen auf perioperative Chemotherapie

 

Eine intensivierte neoadjuvante Chemotherapie ist bei Patienten mit Adenokarzinomen des Magens und des gastroösogphagealen Übergangs hoch effektiv und wird gut vertragen. Der größte Benefit wird bei Tumoren vom intestinalen Typ beobachtet.

 

Der Nutzen einer perioperativen Chemotherapie bei resezierbaren Karzinomen des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs ist gut dokumentiert. Da aber nur etwa die Hälfte der Patienten auch eine postoperative Chemotherapie erhält, blieb die Frage offen, ob der Nutzen hauptsächlich auf die perioperative Behandlung zurückzuführen ist. Die vorliegende Studie untersuchte den Effekt einer intensivierten Chemotherapie in dieser Patientengruppe.

 

In die offene, nicht kontrollierte Phase-II-Studie wurden 58 Patienten mit resezierbaren Adenokarzinomen des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs in den Stadien T3/T4 und/oder N+ aufgenommen. Alle Patienten erhielten 6 zweiwöchentliche neoadjuvante FLOT-Zyklen (5-Fluorouracil/Folinsäure/Oxaliplatin /Docetaxel). Die chirurgische Entfernung des Tumors erfolgte 2 bis 6 Wochen nach Gabe des letzten Therapiezyklus. Primärer Endpunkt war die R0-Resektionsrate.

 

Insgesamt konnten 50 Patienten potentiell kurativ operiert werden. Bei 43 dieser Patienten (46%) war eine komplette (R0)-Resektion möglich. Im Vergleich zum initialen Befund vor Einleitung der Chemotherapie kam es bei 59,6% der Patienten unter der perioperativen Chemotherapie zu Down-Stagings des T-Stadiums und bei 51,1% zu Down-Stagings des N-Stadiums. Bei 10 der 50 operierten Patienten (20%) wurde eine komplette pathologische Remission beobachtet, bei weiteren 10 wurden weniger als 10% intakte Tumorzellen registriert. 85% (17 von 20) dieser sehr guten Responder hatten Tumore vom intestinalen Typ.

 

Die mediane krankheitsfreie Überlebensdauer betrug 32,9 Monate. Nach einer medianen Beobachtungsdauer von 24,5 Monaten war das mediane Gesamtüberleben noch nicht erreicht (48,3%, 28 von 58 Patienten waren verstorben). Patienten mit Tumoren vom intestinalen Typ (n = 36) hatten ein signifikant längeres Überleben und ein verbessertes progressionsfreies Überleben als andere Patienten.

 

Häufigste dritt/viertgradige Toxizitäten: Neutropenie (29,3%), Leukopenie (24,1%) und Diarrhö 12,1%).

 

Schulz C et al. NeoFLOT: Multicenter phase II study of perioperative chemotherapy in resectable adenocarcinoma of the gastroesophageal junction or gastric adenocarcinoma—Very good response predominantly in patients with intestinal type tumors. Int J Cancer 2015; 137: 678-685