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11/2015 - Rezidivprävention kolorektaler Adenome durch Kalzium und Vitamin D?

 

Die tägliche Einnahme von Kalzium und Vitamin D nach der Exzision kolorektaler Adenome führt nicht zu einer Reduktion des Rezidivrisikos während der folgenden 3 – 5 Jahre. Auch die Inzidenz fortgeschrittener Adenome wird nicht reduziert.


Vitamin D ist nicht nur für die Knochenmineralisierung und Kalzium-Homöostase wichtig, es scheint darüber hinaus auch antineoplastisch zu wirken. Eine hohe Kalziumzufuhr ist ebenfalls mit einem niedrigeren Risiko für kolorektale Neoplasien assoziiert. Darüber hinaus könnten beide Substanzen synergistisch chemopräventiv wirken.

Eine große US-amerikanische Studie untersuchte jetzt das chemoprotektive Potential von Kalzium und Vitamin D im Detail. 2259 Patienten mit kolorektalen Adenomen und ohne verbleibende Polypen nach kompletter Koloskopie wurden in vier Behandlungsgruppen zu Vitamin D (1000 IE/Tag) und/oder Kalziumkarbonat (1.200 mg/Tag) oder eine/beide Behandlungen als Placebo randomisiert. Nach 3–5 Jahren Behandlung erfolgte eine weitere Koloskopie. Primärer Endpunkt war die Zahl der Adenome, die zwischen Randomisierung und der zweiten Koloskopie diagnostiziert wurden.

Bei den Studienteilnehmern mit Vitamin D-Supplementation stiegen die 25-Hydroxy-Vitamin D-Spiegel um 7,83 ng/ml im Vergleich zu Teilnehmern, die Vitamin D-Placebo erhalten hatten. Bei 880 von 2059 (43%) auswertbaren Teilnehmern wurden Adenome nachgewiesen.

Die Studientherapie, d. h. eine der beiden Substanzen oder die Kombination, hatte keinen signifikanten Einfluss auf das Adenomrisiko. Teilnehmer, die Vitamin D erhielten, hatten im Vergleich zu Vitamin D-Placebo-Teilnehmern ein adjustiertes relatives Adenomrisiko von 0,99 (95% Konfidenzintervall 0,89 - 1,09). Für Kalzium (Kalzium versus kein Kalzium) betrug das adjustierte relative Risiko 0,95 (95% KI 0,85 - 1,06). Für den Vergleich zwischen Kombinationstherapie und Placebo ergab sich ein adjustiertes Risiko von 0,93 (95% KI 0,80 - 1,08).

In Bezug auf fortgeschrittene Adenome ergaben sich ebenfalls keine bedeutsamen Effekte. Auch in Subgruppen-Analysen ließen sich keine Wirkungen von Vitamin D und/oder Kalzium nachweisen. Lediglich der BMI schien mit einem positiven Kalziumeffekt assoziiert zu sein.

Baron JA et al. A trial of calcium and vitamin D for the prevention of colorectal adenomas. N Engl J Med 2015; 373: 1519-1530