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11/2015 - Fortgeschrittenes Pankreaskarzinom: Benefit durch Sorafenib?

 

Die Kombination Sorafenib, Oxaliplatin plus Capecitabin kann bei Patienten mit vorbehandelten, fortgeschrittenen Pankreaskarzinomen ein teilweises Ansprechen oder eine Krankheitsstabilisierung induzieren. Der zusätzliche Benefit durch Sorafenib ist jedoch gering.


Fortgeschrittene Pankreaskarzinome haben eine extrem schlechte Prognose. Die besten Ergebnisse wurden bisher mit FOLFIRINOX (5-Fluorouracil, Folinsäure, Irinotecan, Oxaliplatin) oder mit Gemcitabin plus nab-Paclitaxel erzielt. In einer Vergleichsstudie erwies sich FOLFIRINOX gegenüber Gemcitabin als überlegen (medianes Überleben 11,1 vs. 6,8 Monate). FOLFORINOX ist jedoch mit einer erheblichen Toxizität, insbesondere Myelosuppression, assoziiert. Der orale Multikinase-Inhibitor Sorafenib ist gegen zahlreiche Zielstrukturen, die auch beim Pankreaskarzinom eine wichtige Rolle spielen, aktiv und stellt deshalb ebenfalls eine Option bei diesem aggressiven Tumor dar.

Eine einarmige multizentrische Phase-II-Studie untersuchte jetzt bei 24 Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom die Kombination Oxaliplatin (85 mg/m² an Tag 1 und 15 der 28-tägigen Zyklen), Capecitabin 2250 mg/m2 (6 Dosen im Abstand von 8 Stunden an den Tagen 1 und 2 sowie 15 und 16 der 28-tägigen Zyklen) plus Sorafenib (200 mg zweimal täglich). Die Behandlung erfolgte bis zur Krankheitsprogression oder bis zu inakzeptabler Toxizität. Primärer Endpunkt war die Ansprechrate, sekundäre Endpunkte waren progressionsfreies Überleben, Gesamtüberleben und Sicherheit.

Die eingeschlossenen Patienten waren median 63 Jahre alt. 15 (62%) hatten eine Gemcitabin-Vorbehandlung erhalten. Bei 19 Patienten konnte das Ansprechen beurteilt werden.

Ein teilweises Ansprechen wurde bei 3 (13%) Patienten beobachtet. 11 (46%) hatten eine Krankheitsstabilisierung. Die Krankheitskontrollrate betrug somit 59%. Die mediane Dauer des teilweisen Ansprechens betrug 7,5 Monate, die Krankheitsstabilisierung hielt median 4,3 Monate an. Das mediane krankheitsfreie Überleben betrug 6,0 Monate, das Gesamtüberleben median 8,1 Monate.

Häufigste Toxizitäten waren Fatigue (75%), Neuropathie (58%), Anämie (58%) und Thrombozytopenie (58%). Lediglich bei einem Patienten wurde ein drittgradiges Hand/Fuß-Syndrom beobachtet. Außerdem gab es 4 viertgradige Toxizitäten (Lungenembolie, zweimal abdominale Schmerzen, Anämie).

Die Autoren schlussfolgern, dass die Ergebnisse der Studie für eine Oxaliplatin-basierte Zweitlinientherapie bei Pankreaskarzinom sprechen. Sorafenib scheint die Wirkung von Oxaliplatin und Capecitabin jedoch nicht zu verstärken.

Makielski RJ et al. A phase II study of sorafenib, oxaliplatin, and 2 days of high‑dose capecitabine in advanced pancreas cancer. Cancer Chemother Pharmacol 2015; 76: 317–323