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01/2016 - Ibandronat lindert Knochenschmerzen bei metastasiertem Prostatakarzinom

 

Eine einzelne Ibandronat-Infusion lindert Schmerzen durch Knochenmetastasen beim Prostatakarzinom in vergleichbarer Weise wie eine Strahlentherapie-Sitzung. Allerdings spürten die Patienten mit Radiotherapie eine initial schnellere Schmerzlinderung.


Knochenmetastasen verursachen bei Prostatakarzinom-Patienten häufig starke Schmerzen. Für eine Wirksamkeit von Bisphosphonaten in dieser Situation gibt es zunehmend Belege. Ibandronat, ein Bisphosphonat der neueren Generation, ist bereits für die Prävention von Skelett-assoziierten Ereignissen bei Brustkrebs zugelassen und ermöglichte in einer Phase-II-Studie die Kontrolle von Knochenschmerzen.

 

Eine zweiarmige, offene randomisierte Studie verglich die Effekte einer Ibandronat-Infusion (6 mg) und einer Strahlentherapie-Sitzung (8 Gy) auf metastatische Knochenschmerzen bei 470 Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom. Studienziel war der Nachweis der Nicht-Unterlegenheit von Ibandronat.

 

Die Schmerzen wurden mit dem BPI (Wisconsin Brief Pain Inventory) zu Studienbeginn sowie nach 4, 8, 12, 26 und 52 Wochen beurteilt. Der BPI umfasst eine visuelle Analog-Skala von 0-10, mit Hilfe derer die Patienten ihren stärksten, mittleren und geringsten Schmerz während der vorausgegangenen drei Tage im Bereich der Knochenmetastase angeben. Außerdem geht der Schmerzmittelverbrauch der Patienten während der letzten drei Tage in den Index ein. Das Ansprechen wurde anhand der WHO-Kriterien und mit dem EAS (Effektiver Analgetischer Score) erfasst. Die Lebensqualität wurde zu Beginn sowie nach 4 und 12 Wochen beurteilt.

 

Die Ansprechraten der schwersten Schmerzen unterschieden sich mit Ibandronat und Strahlentherapie nicht signifikant:

  • nach 4 Wochen 49,5% vs. 53,1% → Differenz: -3,6%
    90% KI: -12,4% - 5,0%
  • nach 12 Wochen 56,1% vs. 49,4% → Differenz: 6,7%
    90% KI: -2,6% - 16,0%

 

Die entsprechenden EAS-Ansprechraten waren ebenfalls vergleichbar:

  • nach 4 Wochen 52,7% vs. 60,2% → Differenz: -7,5%
  • nach 12 Wochen 56,7% vs. 60,2% → Differenz: -3,5%

 

Allerdings spürten die Patienten mit Radiotherapie eine initial schnellere Schmerzlinderung als die Patienten mit Ibandronat.

Die Lebensqualität war in beiden Gruppen nach 4 und 12 Wochen vergleichbar.

 

Die Toxizität der beiden Behandlungsregime war vergleichbar. Allerdings unterschieden sich die Nebenwirkungsprofile deutlich:

Diarrhöe wurde in der Strahlentherapie-Gruppe doppelt so häufig berichtet wie in der Ibandronat-Gruppe.

 

Quelle: Hoskin P, et al. A multicenter randomized trial of ibandronate compared with single-dose radiotherapy for localized metastatic bone pain in prostate cancer. J Natl Cancer Inst 2015; 107 (10): djv197