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03/2016 - Frühes Mammakarzinom: Keine Überlebensverlängerung durch Capecitabin

 

Bei Patientinnen mit operablen, Lymphknoten-positiven Mammakarzinomen führt die adjuvante Therapie mit Epirubicin/Cyclophosphamid gefolgt von Docetaxel zu einem längeren krankheitsfreien Überleben als Epirubicin/Docetaxel gefolgt von Capecitabin. Die Gesamtüberlebensdauer ist jedoch mit beiden Behandlungsschemata vergleichbar.


Bei frühem Brustkrebs reduziert eine adjuvante Polychemotherapie Rezidive und karzinombedingte Todesfälle unabhängig von Tamoxifen-Behandlung, Östrogenrezeptorstatus und anderen Tumorcharakteristika. Die Einführung der Taxane verbesserte die Ergebnisse weiter, trotzdem entwickelt immer noch beinahe ein Viertel der Frauen innerhalb von 10 Jahren ein Rezidiv.

 

Die GEICAM/2003-10-Studie untersuchte jetzt, ob die Patientinnen von einer Folgebehandlung mit Capecitabin nach adjuvanter Anthrazyklin/Taxan-Kombinationstherapie noch stärker profitieren.

 

In der GEICAM/2003-10-Studie wurden 1384 Patientinnen mit HER2-negativem, frühem Brustkrebs (T1-T3, N1-3) innerhalb von 60 Tagen nach der Operation zu zwei adjuvanten Behandlungsschemata randomisiert:

  • EC-T-Gruppe: Alle drei Wochen Epirubicin (90 mg/m²) plus Cyclophosphamid (600 mg/m²) (vier Zyklen) gefolgt von vier Docetaxel-Gaben (100 mg/m²) im Abstand von je 3 Wochen.
  • EC-X-Gruppe: Viermal Epirubicin (90 mg/m²) plus Docetaxel (75 mg/m²) im Abstand von je 3 Wochen gefolgt von vier dreiwöchentlichen Zyklen Capecitabin (1250 mg/m²; zweimal täglich oral an Tag 1-14).

 

Primärer Endpunkt war das invasive krankheitsfreie Überleben, sekundäre Endpunkte waren Sicherheit und Gesamtüberleben.

 

Während der median 6,6 Jahre Nachbeobachtung wurden in der EC-T-Gruppe 127 und in der ET-X-Gruppe 170 Ereignisse beobachtet.

Die krankheitsfreien 5-Jahresüberlebensraten betrugen 86% (EC-T) und 82% (ET-X; Hazard Ratio [HR]: 1,30; 95% KI: 1,03 – 1,64; p = 0,03).

Die Unterschiede beruhten hauptsächlich auf weniger Fernmetastasen in der EC-T-Gruppe.

 

Das Gesamtüberleben unterschied sich nicht statistisch signifikant.
In der EC-T-Gruppe verstarben 70, mit ET-X 83 Frauen (HR: 1,13; 95% KI: 0,81 – 1,55; p = 0,46).

 

Die häufigsten dritt- und viertgradigen Toxizitäten waren (EC-T versus ET-X) Neutropenie (19% vs. 10%), febrile Neutropenie (7% vs. 7%), Fatigue (13% vs. 11%), Diarrhö (3% vs. 11%), Hand-Fuß-Syndrom (2% vs. 20%), Mucositis (6% vs. 5%), Erbrechen (5% vs. 5%) und Myalgie (4,5% vs. 1%). Eine unvollständige Erholung des Haarwachstums war mit EC-T häufiger als mit ET-X (30% vs. 14%). ECT-Patientinnen trugen signifikant länger Perücken (8,4 Monate vs. 6,0 Monate).

 

Quelle: Martin M et al. Epirubicin plus cyclophosphamid followed by docetaxel versus epirubicin plus docetaxel followed by capecitabin as adjuvant therapy for node-positive early breast cancer: Results from the GEICAM/2003-10 study. J Clin Oncol 2015; 33: 3788-3795