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07/2016 - Prostatakarzinom: Neuer Biomarker verbessert Risiko-Stratifizierung

 

Der neue Biomarker p2PSA ermöglicht eine bessere Klassifizierung von Männern mit Verdacht auf Prostatakarzinom. Die Integrierung dieses Biomarkers in ein klinisches Vorhersagemodell (Prostata Health Index, PHI) führt zu einer genaueren Risiko- Stratifizierung und sichert die Entscheidung für oder gegen eine Prostatabiopsie ab.

 

Der Goldstandard für die Diagnose eines Prostatakarzinoms ist die Prostatabiopsie. Allerdings ist es schwierig zu entscheiden, welcher Patient biopsiert werden soll und welcher nicht, da diese Prozedur häufig mit Komplikationen und unerwünschten Folgen assoziiert ist. Die Entscheidung orientiert sich an Risikofaktoren, positiver Prostatakarzinom-Familienanamnese und der Lebenserwartung des Patienten.

 

Die Leitlinien unterstützen die Verwendung der bisherigen Verfahren zur Prostatakarzinom-Risiko-Stratifizierung. Mehrere Publikationen berichteten jetzt aber über den potentiellen diagnostischen Benefit des neuen Biomarkers p2PSA, der bevorzugt von malignem Prostatagewebe freigesetzt wird und der mit der Aggressivität des Karzinoms korrespondiert. In einer irischen Kohorten Studie wurde das p2PSA bestimmt und zusammen mit anderen klinischen Variablen in einem Modell berücksichtigt, um die Risiko-Stratifizierung weiter zu verbessern.

 

Im Rahmen der Studie wurde vor der Prostatabiopsie das Prostata-spezifische Antigen (PSA), das freie PSA (fPSA) und p2PSA im Serum von 250 irischen Männern bestimmt. Aus den Ergebnissen wurde ein Prostata-Health-Index – PHI berechnet. In der anschließenden Risiko-Stratifizierung wurden in allen Analysen Alter, Familienanamnese, rektaler Untersuchungsbefund, frühere negative Biopsien berücksichtigt, sowie das Outcome einmal unter Einschluss der PSA-Wert oder einmal unter Einschluss das PHI prognostiziert.

 

Die Berücksichtigung des PHI zusätzlich zu den klinischen Faktoren führte zu einer besseren Vorhersage von positiven Biopsie-Befunden (Prostatakarzinom) als PSA plus klinische Faktoren. Diese Überlegenheit galt auch für die Vorhersage hoch-maligner Prostatakarzinome. Jeder Einzelmarker allein (PSA, fPSA oder p2PSA) korrelierte schlechter mit dem Befund als der PHI. Der PHI sagte Prostatakarzinome und hoch maligne Prostatakarzinome auch besser voraus als der Prostata Cancer Prevention Trial Risk Calculator.

 

Die Autoren schlussfolgern, dass die Integrierung das p2PSA in ein klinisches Vorhersagemodell die Risiko-Stratifizierung von Männern mit Verdacht auf Prostatakarzinom weiter verbessern kann.

 

Foley RW et al. Improving multivariable prostate cancer risk assessment using the Prostate Health Index. BJU Int 2016; 117: 409-417