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07/2016 - Pleuramesotheliom: Längeres Überleben durch Bevacizumab

 

Patienten mit malignem Pleuramesotheliom profitieren von einer zusätzlichen Bevacizumab-Gabe. Mit der Kombination Pemetrexed/Cisplatin/Bevacizumab lebten die Patienten beinahe drei Monate länger als mit Pemetrexed/Cisplatin.

 

Das Pleuramesotheliom ist ein seltener, aggressiver Karzinomtyp, der meist eine Folge von Asbest-Exposition ist. Die mediane Überlebensdauer mit der aktuellen Standardtherapie Cisplatin plus Pemetrexed beträgt ungefähr ein Jahr. Da der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie des Mesothelioms spielt, untersuchte die Mesothelioma Avastin Cisplatin Pemetrexed-Studie (MAPS), ob die Zugabe von Bevacizumab zur aktuellen Standardtherapie das Überleben der Patienten verbessern kann.

 

In die randomisierte offene MAPS-Studie wurden 448 Patienten mit nicht vorbehandeltem, nicht resezierbarem, malignem Pleuramesotheliom eingeschlossen. Alle Patienten erhielten dreiwöchentlich 500 mg/m² Pemetrexed plus 75 mg/m² Cisplatin und zusätzlich 15 mg/kg Bevacizumab oder kein Bevacizumab (maximal 6 Zyklen). Nach den 6 Zyklen konnte die Bevacizumab-Behandlung in der Dreier-Kombinationsgruppe bis zur Progression oder bis zu inakzeptabler Toxizität fortgesetzt werden. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben.

 

In der Bevacizumab-Gruppe war das Gesamtüberleben signifikant besser als bei den Kontrollen. Die mediane Überlebensdauer betrug 18,8 Monate im Vergleich zu 16,1 Monaten ohne Bevacizumab (Hazard Ratio: 0,77; 95% KI: 0,62-0,95; p = 0,0167). Der Bevacizumab-Effekt war für wichtige untersuchte Subgruppen wie Geschlecht, Alter, Performance-Status, histologischer Subtyp, Hämoglobinwert und Leukozytenzahl konsistent.

 

Das progressionsfreie Überleben wurde durch Bevacizumab ebenfalls verlängert (median 9,2 Monate vs. 7,3 Monate; p < 0,0001). Bevacizumab-Patienten erhielten signifikant seltener nach der Studie weitere Therapien (62,0% vs. 72,4%).

 

Dritt- und viertgradige unerwünschte Ereignisse wurden bei 71% der Pemetrexed/Cisplatin/Bevacizumab-Patienten im Vergleich zu 62% der Pemetrexed/Cisplatin-Patienten beobachtet. Mit der Dreier-Kombination waren dritt- oder höhergradige Hypertonien (22% vs. 0%) sowie Thrombosen (6% vs. 1%) häufiger als mit der Zweierkombination.

 

Die Autoren schlussfolgern, dass die Zugabe von Bevacizumab zu Pemetrexed/Cisplatin das Überleben von Patienten mit malignem Pleuramesotheliom auf Kosten behandelbarer Nebenwirkungen signifikant verbessert.

 

Quelle: Zalcman G, et al. Bevacizumab for newly diagnosed pleural mesothelioma in the Mesothelioma Avastin Cisplatin Pemetrexed Study (MAPS): a randomized, controlled, open-label study. Lancet 2016; 387: 1405-1414