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07/2016 - Frühes Kolonkarzinom: Intraportale Chemotherapie verhindert Fernmetastasen

 

Eine intraportale Chemotherapie zusätzlich zu der üblichen adjuvanten Chemotherapie verbessert das progressionsfreie Überleben und reduziert die Häufigkeit von Fernmetastasen von Patienten mit Kolonkarzinomen im Stadium II und III.

 

Die Bedeutung einer adjuvanten Chemotherapie ist bei Patienten mit Kolonkarzinomen in den Stadien II und III gesichert. Unklar ist jedoch der optimale Zeitpunkt für den Beginn der adjuvanten Behandlung. Zwar verschlechtert jede Verzögerung der Therapie die Prognose, doch bei zu raschem postoperativem Behandlungsbeginn – noch bevor sich der Patient von dem Eingriff erholt hat – werden ebenfalls ungünstige Folgen befürchtet.

 

Eine randomisierte kontrollierte Studie verglich jetzt bei Patienten mit frühem Kolonkarzinom die intraportale Chemotherapie plus anschließender adjuvanter Chemotherapie mit adjuvanter Chemotherapie allein:

 

237 Patienten wurden zu intraoperativer, intraportaler Chemotherapie (1.000 mg Fluorodeoxyuridin plus 100 mg Oxaliplatin als Bolus in eine regionale Vene kurz vor Operationsende) oder keiner intraoperativen Chemotherapie randomisiert.

 

Die Wahl der Zugangsvene richtete sich nach der Lokalisation des primären Kolonkarzinoms.

 

Zusätzlich erhielten alle Patienten postoperativ alle 2 Wochen mFOLFOX6 (Oxaliplatin/5-Fluorouracil/Folinsäure – 12 Zyklen beginnend 2 bis 6 Wochen nach der Operation). Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben.

 

  • Die intraportale Chemotherapie reduzierte die Rezidivrate während der median 44 Beobachtungsmonate von 28,6% bei alleiniger adjuvanter Chemotherapie auf 16,9% (Hazard Ratio: 0,66; 95% KI: 0,16-0,90; p=0,016).
  • Die krankheitsfreien 3-Jahresüberlebensraten betrugen 85,2% mit intraportaler Chemotherapie und 75,6% ohne intraportale Chemotherapie (p=0,030).
  • Fernmetastasen waren mit intraportaler Chemotherapie plus adjuvanter Chemotherapie ebenfalls signifikant seltener als mit adjuvanter Chemotherapie allein (12,7% vs. 22,7%; p=0,044).
  • Zum Zeitpunkt der Analyse waren 15 Patienten mit intraportaler Chemotherapie und 23 Patienten der Vergleichsgruppe verstorben (HR: 0,33; p=0,186).

 

12,7% der Patienten mit intraportaler Chemotherapie entwickelten postoperativ Neutropenien (alle Grad 1 oder 2). Postoperative Pneumonien hatten 13 Patienten mit intraportaler Chemotherapie und 9 Kontrollen.

 

Quelle: Chang W, et al. Randomized, controlled trial of intraportal chemotherapy combined with adjuvant chemotherapy (mFOLFOX6) for stage II and II colon cancer. Ann Surg 2016; 263: 434-439