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09/2016 - Pemetrexed bei frühem Rektumkarzinom: Vitaminsubstitution vorteilhaft

 

Folsäure und Vitamin B12-Mangel von Rektumkarzinompatienten, die neoadjuvant Pemetrexed erhalten, können durch Substitution erfolgreich behandelt werden. Die Therapie wird gut vertragen und beeinträchtigt die Wirkung von Pemetrexed nicht.

 

Pemetrexed, ein Folsäureantagonist, hat sich bei metastasierten und lokal fortgeschrittenen kolorektalen Karzinomen als wirksam erwiesen. Die Substanz inhibiert drei Folsäure-abhängige Enzymsysteme und verhindert dadurch sowohl die Pyrimidin- als auch die Purinsynthese. Die Toxizität von Pemetrexed hängt vom Folsäure- und Vitamin B12-Status des Patienten ab. In Zulassungsstudien bei Mesotheliom und Lungenkarzinom (NSCLC) reduzierte die Supplementation dieser Substanzen die Toxizität bei aufrechterhaltener Effektivität.

 

Eine Phase-II-Studie untersuchte jetzt die Machbarkeit und Sicherheit der Substitution bei neoadjuvanter Pemetrexed-Behandlung von Patienten mit frühem Rektumkarzinom. Dabei wurde auch auf wichtige frühe Anzeichen für Störungen des Stoffwechsels von Vitamin B12 und Folsäure, wie Erhöhungen der Spiegel von Cystathionin, Homocystein und Methylmalonsäure geachtet.

 

37 Patienten mit pathologisch oder zytologisch bestätigtem, operablem Adenokarzinom des Rektums erhielten in dreiwöchigen Abständen drei Dosen Pemetrexed (500 mg/m²). Gleichzeitig begannen sie 1 bis 2 Wochen vor der ersten Dosis mit der Substitution von Vitamin B12 (1000 µg als Injektion) und erhielten mindestens ab dem 5. Tag vor Beginn der Pemetrexed-Behandlung täglich Folsäure (800 µg oral). Studienziele waren die Analyse von Machbarkeit und Sicherheit.

 

Bei allen 37 Patienten konnten die geplanten 3 Pemetrexed-Dosen appliziert werden. Dosisreduktionen waren nicht erforderlich, schwere unerwünschte Ereignisse wurden nicht beobachtet.

 

Nach der Folsäure- und Vitamin B12-Substitution stiegen die verminderten Folsäure-Spiegel in Tumorgewebe und Mukosa signifikant an und blieben bis zur Operation im Tumor höher als in der Mukosa. Die Cystathionin-Spiegel stiegen ebenfalls signifikant an, sanken aber wieder ab und fluktuierten unter Pemetrexed zyklisch. Homocystein- und Methylmalonsäure-Spiegel sanken nach Vitaminsubstitution signifikant und blieben während der gesamten Studie unter den Ausgangswerten.

 

Die Autoren schlussfolgern, dass die neoadjuvante Gabe von Pemetrexed zusammen mit Folsäure- und Vitamin B12-Substitution bei Rektumkarzinom-Patienten machbar und verträglich ist. Die Vitaminwerte in Gewebe und Serum demonstrieren den Einfluss von Pemetrexed, Folsäure und Vitamin B12 auf den Vitamin-Metabolismus.

 

Stoffregen CC et al. Reduced folate and serum vitamin metabolites in patients with rectal carcinoma: an open label, feasibility study of pemetrexed with folic acid and vitamin B12 supplementation. Anti-Cancer Drugs 2016; 27: 439-446