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09/2016 - Neoadjuvante Therapie bei Rektumkarzinom: Bestrahlung steigert Remissionsrate

 

Eine präoperative, FOLFOX-basierte Chemoradiotherapie führt bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom zu höheren kompletten pathologischen Remissionsraten als FOLFOX6 allein.

 

Für Patienten mit Rektumkarzinom im Stadium II/III wird eine multimodale Therapie mit präoperativem Fluoropyrimidin und gleichzeitiger Bestrahlung gefolgt von einer kompletten mesorektalen Exzision und adjuvanter Fluoropyrimidin-basierter Chemotherapie empfohlen. Dadurch kann die lokale Rezidivrate auf 5% bis 10% gesenkt werden. Mit dieser Strategie wurden bisher allerdings keine Verbesserungen der krankheitsfreien 3-Jahresüberlebensrate von 70%, die durch die Operation allein erreicht werden, nachgewiesen.

 

Oxaliplatin und Fluorouracil können das Überleben von Patienten mit Rektumkarzinom im Stadium III zwar verbessern – die Daten zum neoadjuvanten Einsatz dieser Substanzen sind jedoch widersprüchlich. Die FORWARC-Studie untersuchte jetzt den präoperativen Einsatz von FOLFOX6 mit und ohne eine begleitende Strahlentherapie. Die initialen Ergebnisse (Ansprechraten) dieser Studie wurden kürzlich publiziert.

 

In der FORWARC-Studie wurden zwischen Juni 2010 und Februar 2015 insgesamt 495 chinesische Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom im Stadium II/III im Verhältnis 1:1:1 zu fünf zweiwöchigen Zyklen 5-Fluouracil/Folinsäure plus Bestrahlung (46,0 bis 50,4 Gy in 23 bis 25 Fraktionen während der Zyklen 2 bis 4) gefolgt von der Operation und 7 Fluorouracil-Zyklen, oder dieselbe Behandlung inklusive Bestrahlung plus 85 mg/m² Oxaliplatin am Tag 1 eines jeden Zyklus (modifiziertes FOLFOX6) oder 4-6 Zyklen FOLFOX6 gefolgt von der Operation und weiteren 6-8 FOLFOX6-Zyklen postoperativ randomisiert. Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben nach 3 Jahren. Sekundäre Endpunkte waren ein histopathologisches Ansprechen und die Toxizität.

 

Das pathologische komplette Ansprechen wurde bei 475 Patienten ausgewertet:

  • In der Gruppe FOLFOX6 plus Bestrahlung war die pathologische komplette Ansprechrate am höchsten: 27,5%
  • In der Gruppe Fluorouracil plus Bestrahlung betrug die Ansprechrate 14,0%
    Odds Ratio: 0,43; p = 0,005)
  • In der Gruppe FOLFOX6 ohne Bestrahlung 6,6%.

 

Häufigste dritt- und viertgradige Toxizitäten waren Leukopenie, Radiodermatitis und Radio-Proktitis – diese waren in der FOLFOX6-Radiotherapiegruppe am häufigsten.

 

Deng Y et al. Modified FOLFOX6 with or without radiation versus fluorouracil and leucovorin with radiation in neoadjuvant treatment of locally advanced rectal cancer: initial results of the Chinese FOWARC multicenter, open-label, randomized three-arm phase III trial. J Clin Oncol 2016; 34: published online on August 1, 2016; DOI:10.1200/JCO.2016.66.6198.