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11/2016 - Ovarielles Karzinom: Seribantumab in Subgruppen aktiv

 

Seribantumab plus Paclitaxel führt bei nicht selektierten Patientinnen mit Ovarialkarzinom zu keinem längeren progressionsfreien Überleben (PFS) als Paclitaxel allein. Bei Tumoren mit Biomarkern, die einen direkten Bezug zum Wirkmechanismus von Seribantumab haben, wurde jedoch eine signifikante Verbesserung des PFS beobachtet.

 

Viele Ovarialkarzinome werden durch vermehrte Expression von autokrinen oder parakrinen Wachstumsfaktoren, die antiapoptotische Signalkaskaden aktivieren, therapieresistent. Insbesondere Heregulin (HRG) gesteuerte ErbB3-Signale vermitteln durch Aktivierung von Phosphoinositid-3-Kinase eine Unempfindlichkeit gegenüber zahlreichen Therapien. Seribantumab ist ein Antikörper, der auf ErbB3 zielt, HRG blockiert und den Rezeptor herunter reguliert. Eine Phase-II-Studie untersuchte jetzt die Substanz bei Frauen mit fortgeschrittenen, platinresistenten oder refraktären Ovarialkarzinomen.

 

223 Patientinnen mit platinresistenten Ovarial- oder Peritoneal-Tumoren wurden im Verhältnis 2:1 zu Seribantumab (40 mg/kg Loading Dose, danach 20 mg/kg einmal wöchentlich) plus Paclitaxel (80 mg/m² einmal wöchentlich für drei Wochen, danach eine Woche Pause) oder Paclitaxel allein randomisiert. Der Krankheitsstatus wurde alle 8 Wochen beurteilt. Nach Beendigung der Studienbehandlung wurde weiter das Gesamtüberleben erfasst. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben.

 

  • Das mediane progressionsfreie Überleben betrug im Kombinationsarm 3,75 Monate im Vergleich zu 3,68 Monate mit Paclitaxel allein (HR 1,03; 95 % KI: 0,74-1,43; p=0,864).
  • Das mediane Gesamtüberleben erreichte mit Seribantumab plus Paclitaxel 13,7 Monate und mit Paclitaxel allein 10,1 Monate (HR: 0,991; 95 % KI: 0,62-1,58; p=0,972).
  • Die Gesamtansprechrate betrug 13,6 % (Kombination) und 18,1 % (Paclitaxel allein).
  • Die Lebensqualität war in beiden Behandlungsarmen vergleichbar.
  • Bei Patientinnen mit nachweisbarem HRG und niedriger HER2-Expression wurde ein besseres progressionsfreies Überleben mit Seribantumab beobachtet. In dieser Population betrug die HR 0,37 (95 % KI: 0,18-0,76; p=0,007) zugunsten der Kombination.
  • Dagegen schnitt die Paclitaxel mono-Gruppe bei Biomarker negativen Patientinnen besser ab (HR 1,80; 95 % KI: 1,08-2,98; p=0,023).

 

Dritt- oder höhergradige unerwünschte Ereignisse wurden bei 35,7 % der Seribantumab + Paclitaxel-Patientinnen und bei 30 % der Paclitaxel-Patientinnen beobachtet. Unerwünschte Ereignisse, die zum Tode führten wurden bei 11 bzw. 2 Patientinnen dokumentiert.

 

Liu JF et al. Randomized phase II trial of seribantumab in combination with paclitaxel in patients with advanced platinum-resistant or -refractory ovarian cancer. J Clin Oncol 2016; 34: doi:10.1200/JCO.2016.69.7169