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03/2017 - Prostatakarzinom: Wirkt Osteodex gegen Knochenmetastasen?

 

Osteodex, ein neues zytotoxisches Polybisphosphonat, ist gut verträglich und zeigte bei hoher Dosierung eine ausgeprägte Wirkung – es halbierte die Spiegel des Knochenmetastasen-Markers S-P1NP.

 

Kastrationsresistente Prostatakarzinome metastasieren häufig in das Skelett. In den letzten Jahren haben zwar neue endokrine Therapien wie z.B. Abirateron das Überleben dieser Patienten verlängert, ihr Einfluss auf Knochenmetastasen und die durch Metastasen bedingten Beeinträchtigungen der Lebensqualität sind jedoch begrenzt. Osteodex ist ein neues bi-funktionales zytotoxisches Polybisphosphonat. Es hemmt die Knochenresorption und hat eine hohe Antitumor-Effektivität.

 

Die Toxizität und Verträglichkeit von Osteodex wurde jetzt bei 28 Patienten mit kastrationsresistenten Prostatakarzinomen und bestätigten Knochenmetastasen untersucht. Die Applikation von Osteodex erfolgte in sieben Dosisgruppen (jeweils n=4). Alle Patienten erhielten sieben Osteodex-Infusionen im Abstand von je 3 Wochen.

 

In der Studie wurde keine dosislimitierende Toxizität beobachtet. 13,6% der beobachteten 206 unerwünschten Ereignisse wurden als therapieassoziiert eingestuft. Schwerwiegende oder schwere therapieassoziierte unerwünschte Ereignisse gab es nicht. Transiente Arthralgien und muskuloskeletale Schmerzen waren die häufigsten therapieassoziierten unerwünschten Ereignisse. Der Schweregrad war in der Regel mittelstark – die Beschwerden führten aber bei einem Patienten zum Therapieabbruch. Osteodex wurde trotzdem in allen untersuchten Dosierungen als sicher und gut verträglich eingestuft.

 

In der höchsten Dosisgruppe (3 mg/kg) wurde das Urin Kollagen Typ 1 Telopeptid (U-NTx) bei 2 von 4 Patienten deutlich gesenkt. Reduktionen von 50% und mehr wurden in dieser Dosisgruppe auch bei 2 von 4 Patienten für das Serum Typ-1-Pro-Kollagen (S-P1NP) beobachtet. S-P1NP ist ein Vorläufer-Molekül in der Synthese von Knochen-Kollagen. Aktuelle Studien haben gezeigt, dass S-P1NP ein hoch sensitiver und spezifischer Marker für Knochenmetastasen ist. S-P1NP scheint deshalb ein gut geeigneter Indikator für das Ansprechen auf eine Therapie zu sein.

 

Quelle: Thellenberg-Karlsson C et al. Bone-targeted novel cytotoxic polybisphosphonate conjugate in castration-resistant prostate cancer: a multicenter phase 1 study. Anticancer Research 2016; 36: 6499-6504