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03/2017 - Mammakarzinom: Prognose korreliert mit histologischem Grad

 

Wird der histologische Grad zusätzlich zu den Sankt Gallen-Kriterien berücksichtigt, lässt sich die Prognosevorhersage von Patientinnen mit frühem östrogenrezeptorpositivem/HER2-negativem Mammakarzinom weiter verbessern. Die Prognose von G1- und G3-Patientinnen unterscheidet sich unabhängig von der St.-Gallen-Einstufung erheblich.

 

Die adjuvante Therapie hat das Überleben von Patientinnen mit frühem östrogenrezeptorpositivem/HER2-negativem Mammakarzinom erheblich verbessert. Diese Frauen erhalten meist eine endokrine Behandlung – oft in Kombination mit Chemotherapie. Eine der größten Herausforderungen ist jedoch die Identifizierung von Frauen mit guter Prognose, bei denen eine Chemotherapie vermieden werden kann. Zur Prognosevorhersage werden häufig die St. Gallen-Kriterien (Östrogenrezeptorstatus, Ki-67, Progesteronrezeptor, HER2-Status und intrinsischer Subtyp) verwendet. Diese Kriterien berücksichtigen aber nicht den histologischen Grad des Tumors (G), der die Prognose ebenfalls beeinflusst.

 

Eine schwedische Untersuchung verwertete jetzt die Daten von 2 randomisierten Studien und einer weiteren Kohorte, um den Nutzen des histologischen Grads zusätzlich zu den St Gallen-zu bestätigen. In die Analyse wurden 671 Patientinnen mit östrogenrezeptorpositivem/HER2-negativem Brustkrebs und kompletten Informationen zu St. Gallen-Kriterien, histologischem Grad, Lymphknotenstatus, Alter und Fernmetastasen-freiem Überleben eingeschlossen. Ausschlusskriterien waren Alter unter 35 Jahre, positiver HER2-Rezeptor, negativer Östrogenrezeptor, 4 und mehr positive Lymphknoten sowie eine Tumorgröße von 50 mm und mehr, weil Frauen, die eines dieser Kriterien erfüllen, mit großer Wahrscheinlichkeit eine adjuvante Chemotherapie benötigen.

 

Luminal A-Tumoren hatten meist einen histologischen Grad von 1 oder 2 (90%), Luminal B-Tumoren waren in der Regel Grad 2 oder 3 (87%). Luminal B-Patientinnen hatten nach median 9,4 Jahren Nachbeobachtung ein signifikant schlechteres Fernmetastasen-freies Überleben als Frauen mit Luminal A-Tumoren (HR 1,5; 95% KI: 1,0-2,3). Von den 40 Patientinnen mit Luminal A-Tumor und histologischem Grad 3 entwickelten jedoch 14 (35%) Fernmetastasen, während bei keiner der 23 Luminal B-Patientinnen mit Grad 1-Tumor Fernmetastasen beobachtet wurden. In der G2-Subgruppe waren niedrige Progesteronrezeptor-Expression sowie hohes Ki-67 Indikatoren für ein erhöhtes Fernmetastasenrisiko (Hazard Ratio: 1,8, 95% KI: 0,95-3,4 bzw. Hazard Ratio 1,5; 95% KI: 0,80-2,8).

 

Quelle: Ehinger A et al. Histological grade provides significant prognostic information in addition to breast cancer subtypes defined according to St. Gallen 2013. Acta Oncologica 2017; 56: 68-74