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07/2017 - Fortgeschrittenes Prostatakarzinom: Enzalutamid nach Docetaxel-Versagen effektiv

 

Bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom und Progress nach Docetaxel/Prednison führte Enzalutamid zu einer mittleren Ansprechrate und senkte den PSA-Spiegel erheblich. Enzalutamid war gut verträglich, die Toxizitäten waren beherrschbar.

 

Anhaltende Androgen-Aktivität fördert das Wachstum von metastasierten Prostatakarzinomen. Enzalutamid ist ein neues Anti-Androgen mit großer Affinität zu Androgen-Rezeptoren. Die Substanz hemmt die Bindung von Androgen an die Androgen-Rezeptoren kompetitiv und inhibiert die Bindung des aktivierten Androgen-Rezeptors an DNA – selbst bei Überexpression der Rezeptoren sowie in Prostatakarzinom-Zellen, die gegenüber Anti-Androgenen resistent sind.

 

Eine monozentrische italienische Studie untersuchte jetzt die Wirksamkeit von Enzalutamid bei 60 Patienten mit hormon-refraktärem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom, das nach Docetaxel plus Prednison progredient war. Die Patienten erhielten 160 mg Enzalutamid/Tag in vierwöchigen Zyklen. Primärer Endpunkt war die anhaltende Reduktion des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) um 50% und mehr. Sekundäre Endpunkte waren Schmerzreduktion, Sicherheit, progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben.

 

Zum Zeitpunkt der Diagnose waren die Patienten durchschnittlich 68 Jahre alt, Bei fast allen Patienten konnten 12 Zyklen Enzalutamid appliziert werden.

 

Die mediane PSA-Ansprechrate nach 4 Zyklen betrug 75% (45 von 60 Patienten). Nach median 14,4 Monaten hatte kein Patient ein komplettes Ansprechen. 24 Patienten hatten eine Teilremission, 20 eine Krankheitsstabilisierung und 16 eine Progression. Die Behandlung mit Enzalutamid wurde gut vertragen und führte zu einer hohen Krankheitskontrollrate (50%). Die durchschnittliche Reduktion des PSA-Spiegels betrug 42,3%. Bei Behandlungsende war der durchschnittliche Spiegel signifikant niedriger als bei Behandlungsbeginn (p<0,01).

 

Das mediane Überleben erreichte mit Enzalutamid 18 Monate und korrelierte signifikant mit dem Ausmaß der PSA-Senkung. Die mediane Dauer bis zur Progression betrug 8 Monate. Die Schmerzen wurden bei 47% der Patienten reduziert. Je stärker das PSA gesenkt wurde, desto stärker nahmen die Schmerzen ab.

 

Quelle: Cicero G et al. The clinical efficacy of enzalutamide in metastatic prostate cancer: Prospective single-center study. Anticancer Research 2017; 37: 1475-1480