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Solide Tumoren - Kopf-Hals-Tumoren inkl. Nasopharynx-Ka. - Vorbemerkung

Kopf-Hals-Tumoren inkl. Nasopharynx-Ka.

Vorbemerkung

 

Epidemiologie: Inzidenz für Tumoren der Mundhöhle und des Rachens (einschließlich Lippe, Zunge, Mundboden, Gaumen und Speicheldrüsen) 19,1/100 000 (♂) bzw. 5,9/100 000 (♀), für Kehlkopftumoren 6,9/100 000 (♂) bzw. 0,9/100 000 (♀). Altersgipfel zwischen 61 und 65 Jahren. Inzidenz für Nasopharynxkarzinome ca. 1/100 000, endemisches Auftreten in Südostasien und Nordafrika. Verhältnis Männer/Frauen etwa 2 : 1, Altersgipfel 4.–6. Dekade.

 

Ätiologie: Risikofaktoren bei Mund- und Rachen-Ka. sind hauptsächlich Tabak- und Alkoholkonsum, unzureichende Mundhygiene. Raucher erkranken bis zu 6-mal häufiger als Nichtraucher, Kombination mit Alkoholkonsum verstärkt das Risiko. Oraler Lichen planus ist eine Präkanzerose.

 

Bei Larynx-Ka. außerdem: berufliche Exposition mit Asbest, Nickel oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen; Anerkennung als Berufskrankheit bei beruflichem Umgang mit Asbest. Das Oropharynx-Ka. ist am häufigsten von allen Kopf-Hals-Ka. mit HPV-16-Infektionen assoziiert (Prävalenz im Jahr 2013 für HPV-DNS im Oropharynx-Ka. in Europa 60–70 %, z. B. in Berlin Anstieg von 27 % [2006] auf 59 % [2013]). HPV-assoziierte Kopf-Hals-Ka. zeichnen sich trotz früher lymphogener Metastasierung durch eine bessere Prognose aus.

 

Beim Nasopharynxkarzinom sind in > 80 % positive Antikörpertiter gegen EBV-Kapsidantigen (IgA-AK) und -Early-Antigen (IgG-AK) nachweisbar, zudem genetische Faktoren (Assoziation mit HLA-A2, -B17, -Bw46) sowie Umwelteinflüsse. Das Adeno-Ka. der Nasenhöhle ist als Berufskrankheit bei chronischer Inhalation von Holzstaub anerkannt.

 

Prävention: Wichtigste Präventivmaßnahme ist das Vermeiden der Noxen.