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Solide Tumoren - Sonstige - Schilddrüsenkarzinom - Vorbemerkung

Schilddrüsenkarzinom

Vorbemerkung

 

Ätiologie: Anerkannte Risikofaktoren für das thyreoidale Follikelzell-Ka. sind ionisierende Strahlen (insb. externe RTx des Halses, Inkorporation von radioaktivem Jod im Kindesalter), männliches Geschlecht, Alter < 20 oder > 60 Jahre sowie gehäuftes familiäres Auftreten von Schilddrüsen(SD)-Ka. oder familiärer adenomatöser Polyposis. Das medulläre bzw. C-Zell-Ka. tritt in ca. 2/3 der Fälle sporadisch und in 1/3 familiär auf. Bei den hereditären Formen sind die Genloci für die Mehrzahl der Fälle bekannt und entsprechende Bestimmungsmethoden (RET-Protoonkogen-Analyse) etabliert; sie werden autosomal-dominant mit nahezu 100 %iger Penetranz vererbt.

 

Einteilung: Die von den thyreoidalen Follikelzellen abstammenden papillären (PTC, ca. 65 %) und follikulären SD-Ka. (FTC, knapp 20 %) werden als differenzierte SD-Ka. (DTC) bezeichnet; sie gehören (abgesehen von einigen Subentitäten mit ungünstigerem Verhalten) zu den Tumoren mit der höchsten Heilungsrate. Die seltenen, ebenfalls von den thyroidalen Follikelzellen abstammenden anaplastischen bzw. undifferenzierten SD-Ka. (UDTC) sind dagegen äußerst Tx-resistent. Gering differenzierte SD-Ka. (poorly differentiated thyroid carcinoma, PDTC) nehmen diesbezüglich eine Zwischenstellung ein. Bei den gemischten Formen sind die am schlechtesten differenzierten Tumoranteile prognostisch determinierend. Die von den parafollikulären C-Zellen abstammenden medullären SD-Ka. (MTC) machen ca. 5–7 % aller SD-Ka. aus. Mischformen von DTC und MTC sind Raritäten.