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Supportive Therapie - Medikamente - Bisphosphonate

Medikamente

Bisphosphonate

 

Elimination aller Bisphosphonate erfolgt überwiegend renal, daher Nierenfunktion beachten. Wichtige Nebenwirkungen und Kontraindikationen ☞ Nausea/Emesis.

 

Arzneimittelkommission der Ärztekammer (AkdÄ): Sicherheitshinweis zur Therapie mit Bisphosphonaten und Denosumab (1. Juni 2016)

 

Osteonekrosen des Kieferknochens und des äußeren Gehörgangs

 

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat eine UAW-Meldung zu Bisphosphonaten und Denosumab wegen Osteonekrosen des Kieferknochens und des äußeren Gehörgangs veröffentlicht: Im Zusammenhang mit einer Bisphosphonatbehandlung können neben den bekannten Osteonekrosen des Kiefers (osteonecrosis of the jaw, ONJ) auch Osteonekrosen des äußeren Gehörgangs (osteonecrosis of the external auditory canal, ONEAC) auftreten. Bei Symptomen wie Ohrenschmerzen, Ausfluss aus den Ohren oder Zeichen chronischer Ohrentzündungen unter laufender oder stattgehabter Behandlung mit Bisphosphonaten oder Denosumab sollte eine ONEAC differenzialdiagnostisch in Betracht gezogen werden. Der Verdacht erhärtet sich, wenn freiliegender Knochen im äußeren Gehörgang festgestellt wird, ohne dass sich bioptisch ein maligner Prozess nachweisen lässt.

 

Clodronat (Ostac®, Bonefos®, Clodron Hexal®, Clodron beta®)

Appl.:

i. v., p. o. (orale Resorption nur 1–3 %, starke individuelle Schwankung)

Ind.:

osteolytische Knochen-Met. bei soliden Tumoren oder hämatologischen Neoplasien; tumorbedingte Hyperkalzämie

Dos.:

Clodronsäure 300 mg/d i. v. an 5 aufeinanderfolgenden Tagen, dann weiter oral 1 x tgl. 2 Tbl. Ostac 520/Ostac 400 o. Bonefos 800, oder 1500 mg i. v. (Infusionsdauer nicht < 4 h!) q3w;
bei Hyperkalzämie: 1500 mg i. v. (Infusionsdauer nicht < 4 h!)

WW:

W↑ durch Aminoglykoside (schwere Hypokalzämien), Estramustin, NSAR;
bei oraler Gabe: Nahrungsmittel mit hohem Kalziumgehalt

H-Form:

Kps. 400 mg (50/100), 800 mg (10/60/120);
Film-Tbl. 400 mg (60/120), 520 mg (60/120), 800 mg (60/120)
(1 Film-Tbl. à 520 mg = 1 Kps. à 400 mg);
Amp. mit Inf.-Konz. 300 mg und 1500 mg (je nach Hersteller)

Ibandronat (Bondronat® und Generika)

Appl.:

p. o., i. v.

Ind.:

p. o.: Prävention skelettbezogener Ereignisse bei Pat. mit Brustkrebs und Knochen-Met.;
i. v. zusätzlich: Tx tumorinduzierter Hyperkalzämie mit und ohne Met.

Dos.:

Hyperkalzämie: 2–6 mg i. v. über mind. 15’, wiederholte Tx möglich;
Prävention: 6 mg als Inf. in 500 ml NaCl/G5 über 2 h q3–4w, oder 50 mg p. o. 1 x tgl. 30’ vor der 1. Mahlzeit (weitere Maßnahmen ☞ Fachinfo!);
D-Red.: Krea-Clearance < 30 ml/h: i. v. 2 mg über 60’, p. o.: 50 mg q1w

H-Form:

Amp. 2 mg (1), 6 mg (1/5); Filmtbl. 50 mg (28/84)

Pamidronat (Aredia® und viele Generika)

Appl.:

i. v.; Inf.-Lsg. mit Endkonzentration < 15 mg/125 ml, Inf.-Geschwindigkeit 30 mg/2 h

Ind.:

tumorbedingte Hyperkalzämie, osteolytische Läsionen bei Knochen-Met. eines Mamma-Ka., beim multiplen Myelom Stadium III

Dos.:

Hyperkalzämie: bis 90 mg je nach Kalziumwert; Wdh möglich;
Prophylaxe: 60 mg q3w oder 90 mg q4w

H-Form:

L-Fl. 15 mg (1/4), 30 mg (1/4), 60 mg (1/4), 90 mg (1/4)

Zoledronat (Zometa® und viele Generika)

Appl.:

i. v. (Kurzinf. in 100 ml 0,9 % NaCl/G5 über mind. 15’)

Ind.:

Tx der tumorinduzierten Hyperkalzämie, Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Pat. mit malignen ossären Manifestationen

Dos.:

Hyperkalzämie: 4 mg einmalig, Wdh möglich;
ossäre Met.: Gabe alle 3–4 Wo.;
D-Red. bei ↓Krea-Clearance: 50–60 ml/min: 3,5 mg; 40–49 ml/min: 3,3 mg; 30–39 ml/min: 3,0 mg

Cave:

Krea-Kontrolle vor jeder i. v. Gabe erforderlich

H-Form:

Amp. 4 mg (1/4)