Impressum Kontakt Sitemap
Supportive Therapie - Medikamente - Monoklonale Antikörper

Medikamente

Monoklonale Antikörper

 

Alemtuzumab (MabCampath®)

Nicht mehr im Handel, auf Pat.-Basis ist ein Import über die Firma Clinigen möglich; ☞ Kap. A3

Appl.:

i. v. (s. c. in Studien, noch keine Zulassung)

Ind.:

bei Pat. mit B-CLL, wenn eine Fludarabin-Kombinations-Tx ungeeignet ist

Wirk.:

spezifische Bindung an CD52 auf der Zelloberfläche von normalen und neoplastischen Lymphozyten, dadurch komplement- und antigenvermittelte Zytotoxizität, Apoptoseinduktion, Zytolyse

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

3 mg Tag 1, 10 mg Tag 2, 30 mg Tag 3; danach (Wo. 2–12) 30 mg 3 x/Wo. (Mo–Mi–Fr); Tx-Dauer mind. 4 Wo., max. 12 Wo.
subkutane Dosierung erprobt, noch keine Zulassung

Prämed.:

nur bei 1. Gabe, bei Dosiseskalation und bei klin. Indikation: 30–60’ vor CTx 100–200 mg Hydrokortison, 50 mg Diphenhydramin, 500 mg Paracetamol

Komed.:

bei Schüttelfrost und sonstigen schweren NW 25–50 mg Pethidin i. v.;
Infektionsprophylaxe gegen Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie mit Cotrimoxazol (2 x tgl. 160/800 mg p. o. 3 x wö.) und gegen Herpes mit Famciclovir, Valaciclovir oder Aciclovir p. o. (☞ Fachinfo) bis mind. 4 Mon. nach Alemtuzumab oder bis CD4 > 200/µl; in dieser Phase nur bestrahlte Blutkonserven geben (Vermeidung einer GvHD)

wNW:

sehr häufig Fieber, Rigor, Übelkeit und Erbrechen, Hypotonie, Durchfall, Müdigkeit, Exantheme, Dyspnoe, Kopfschmerzen; Einzelheiten sowie gelegentliche und seltene NW ☞ Fachinfo

H-Form:

Inf.-Konz. 30 mg/1 ml (3)

Bevacizumab (Avastin®)

Appl.:

i. v. (Inf.), primär über 90’, bei guter Verträglichkeit auch in 60’ o. 30’

Ind.:

  1. met. Kolon-/Rektum-Ka.: in Kombination mit FU-CTx
  2. met. Mamma-Ka.: 1st-line-Tx in Kombination mit Paclitaxel o. mit Capecitabin (wenn Taxane oder Anthrazykline nicht geeignet sind – diese Tx nicht anwenden, wenn in den letzten 12 Monaten Taxane oder Anthrazykline gegeben wurden!)
  3. met./rez. NSCLC: 1st-line-Tx in Kombination mit platinhaltiger CTx (nicht bei vorwiegend PEC-Histologie!)
  4. met. Nierenzell-Ka.: 1st-line-Tx in Kombination mit IFN
  5. met. Ovarial-Ka.: 1st-line-Tx in Komb. mit Carboplatin/Paclitaxel;
    platinsens. Rezidiv: in Kombination mit Carboplatin/Gemcitabin (nicht bei Vor-Tx mit VEGF-Inhibitoren);
    platinresist. Ka.: 2nd/3rd-line-Tx in Komb. mit Paclitaxel/Topotecan/peg. Doxorubicin (nicht bei Vor-Tx mit anderen VEGF-Inhibitoren)
  6. rez./met. Zervix-Ka. in Kombination mit Paclitaxel/Cisplatin (bzw. Paclitaxel/Topotecan bei Pat., die kein Cisplatin bekommen können)

Wirk.:

humanisierter moAK gegen den VEGF; hemmt die Neoangiogenese

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

Mamma-Ka.: 10 mg/kg KG q2w oder 15 mg/kg KG q3w;
NSCLC: 7,5 o. 15 mg/kg KG q3w;
Tx q2–3w bis zum Progress

wNW:

Asthenie, Diarrhö, Übelkeit, nicht näher bezeichnete Schmerzen; schwerwiegende NW: Magen-Darm-Perforation, Wundheilungsstörungen, Hypertonie, Proteinurie, Blutungen, arterielle Thrombembolien, Laborauffälligkeiten. Dosisabhängig: Hypertonie, Proteinurie; selten: reversibles posteriores Leukenzephalopathie-Syndrom (RPLS)

KI:

pulmonale Blutungen/Hämoptyse (> 2,5 ml/d), unbehandelte ZNS-Met.

Cave:

nicht mit glukosehaltigen Lösungen applizieren

H-Form:

Inf.-Konz. 100 mg/4 ml (1), 400 mg/16 ml (1)

Blinatumomab (Blincyto®)

Appl.:

kont. Inf. über 28 Tage s.u.

Ind.:

rez. o. refrakt. Precursor-B-ALL, Ph-Chromosom negativ

Wirk.:

bispezifischer moAK mit spezifischer Bindung an CD19; aktiviert gleichzeitig die endogene T-Zellen-Bindung an CD3 im T-Zellrezeptor und CD19 auf gutartigen und malignen B-Zellen zu einer zytolytischen Synapse mit dem Resultat der Elimination von CD19+-Zellen

Dos.:

Standard 2 Zyklen; 1. Zyklus: kont. Inf: 9 µg tgl. Tag 1–9, 28 µg Tag 10–28, 2 Wo. Pause; 2. Zyklus: kont. Inf. 28 µg tgl. Tag 1–28;
bei CR nach 2 Zyklen evtl. bis zu 3 weitere Zyklen als Konsolidierung
Tx-Pause bei Tox ≥3, bes. Neurotox; Cytokin-Release-Syndrom (CRS), Tumorlyse-Syndrom (TLS)

wNW:

ZNS-Tox (Enzephalopathie, Krampfanfälle, Sprach- und Schreibstörung etc.), bei Kontrollen: Schreibtest!
Infektionen; CRS mit DIC, Hypotonie, Fieber, Capillary-Leak-Syndrom; Kopfschmerzen

Cave:

erster Zyklus 9 Tage stat. Behandlung, 2. Zyklus 2 Tage; bei Vorliegen einer klin. relevanten ZNS-Erkrankung 1. Zyklus 14 Tage: späte Neurotox
Prämedikation: Dexamethason 20 mg 1 h vor Tx an Tag 1
prophylaktische ZNS-CTx
Blinatumomab-Infusionsschläuche nicht durchspülen! Gefahr der Bolusgabe
kühl lagern und transportieren (2–8°C)
Herstellungsempfehlungen beachten (siehe Fachinfo)

H-Form:

Tr-Fl. 38,5 µg

Brentuximab Vedotin (Adcetris®)

Appl.:

i. v.

Ind.:

CD30+ M. Hodgkin nach Versagen der autologen SZT, bei erhöhtem Rezidivrisiko oder als 3rd-line-Tx (wenn Pat. für autologe SZT nicht geeignet);
CD30+ anaplastisches großzelliges Lymphom im Rezidiv

Wirk.:

chimärer moAK gegen CD30, gekoppelt mit einem Antitubulin-Molekül (Monomethyl-Auristatin E – MMAE)

Elim.:

proteolytischer Abbau und Metabolisierung über CYP3A4/5 (MMAE)

Dos.:

1,8 mg/kg KG Inf. (30’) q3w

KI:

gleichzeitige Tx mit Bleomycin

wNW:

(sehr) häufig Fatigue, Fieber, Nausea, Diarrhö, Neutropenie, periphere Neuropathie

WW:

bei simultaner Gabe von CYP3A4-Inhibitoren oder -Induktoren: ↑/↓ Wirkung

H-Form:

Dst-Fl. 50 mg

Catumaxomab (Removab®)

Appl.:

intraperitoneale Inf. in steigender Dosierung; anfänglich über 6 h, bei guter Verträglichkeit auch in 3 h

Ind.:

maligner Aszites eines EpCAM-pos. Tumors

Wirk.:

trifunktionaler moAK anti-EpCAM x anti-CD3; Induktion einer verstärkten Immunantwort gegen Tumorzellen durch Einbeziehung von mehreren Immuneffektorzellen (T-Zellen und akzessorische Zellen)

Dos.:

10 – 20 – 50 – 150 µg i. p. an Tag 0, 3, 7, 10

wNW:

häufigste NW: Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, abdom. Schmerzen; Labor: transiente Lymphopenie und transiente Leberwerterhöhung

H-Form:

FS 10 µg (1), 50 µg (1)

Cetuximab (Erbitux®)

Appl.:

i. v. (Inf. über 2 h, bei schlechter Verträglichkeit bis 6 h)

Ind.:

met. Kolon-Ka. (RAS-Gen-Wildtyp*): in Kombination mit Irinotecan-CTx, in der 1st-line-Tx mit FOLFOX, als Mono-Tx nach Versagen von Oxaliplatin und Irinotecan;
lokal fortgeschrittene Kopf-Hals-PEC in Kombination mit RTx, o. mit einer platinbasierten CTx bei Rezidiv u/o metastasierender Erkrankung

Wirk.:

chimärer moAK gegen EGFR1, wirkt nur bei RAS-Wildtyp**, hemmt den Signalweg von der Zellmembran zum Zellkern

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

400 mg/m² Tag 1, 250 mg/m² ab Tag 8 q1w

wNW:

allergische Reaktionen (z. T. schwer nach Erstinfusion), Akne, Exantheme: bei Langzeitgabe Hypomagnesiämie u. -kalzämie (Kontrolle Serumspiegel); in Kombination mit 5-FU kardiale Tox und HFS häufiger beobachtet

Cave:

Prämedikation mit Antihistaminikum (H1) vor Erstmedikation obligat und danach empfohlen

H-Form:

L-Fl. 100 mg (1), 500 mg (1)

*   Der Nachweis des nicht mutierten RAS (RAS-Wildtyp) ist zwingend erforderlich.
**                  Bei mutiertem RAS ist das Onkogen ständig spontan aktiviert und eine Hemmung über EGFR1 hat keine Auswirkung.

Daratumumab (Darzalex®)

Appl.:

Inf. in NaCl 0,9 %

Ind.:

Mono-Tx beim rez. oder Tx-refraktären multiplen Myelom nach Vor-Tx mit einem Proteasominhibitor und einer immunmod. Tx

Wirk.:

humaner moAK, bindet an CD38 und führt zur Zell-Lyse

Dos.:

16 mg/kg KG , wö x 8, dann 2-wö x 8, dann 4-wö bis zu PD
Infusionsrate (IR)
                      Volumen   initiale IR       ↑ der IR       max. IR
                           (ml)         (1sth)        je Stunde           
1. Inf.                1000         50 ml/h       50 ml/h      200 ml/h
2. Inf.*               500          50 ml/h       50 ml/h      200 ml/h
Folge-Inf.**       500         100 ml/h      50 ml/h      200 ml/h
*nur bei Tox ≤ Grad 1 einer inf. bedingten Reaktion (IRR) in den ersten 3 h
**nur wenn bei den 1. und 2. Inf. Tox ≤ Grad 1 einer IRR bei Inf.-Rate ≥ 100 ml/h
bei IRR Grad 1–2 vorübergehende Red. der IR um die Hälfte; bei Grad 3 Pause bis Stabilisierung und Grad 2;
Tx-Ende bei IRR Grad 3 in der Folge-Inf. oder IRR Grad 4

wNW:

IRR (ca. 50 %); Fatigue, Infekte, Fieber, Husten, Nausea, KM-Tox

Cave:

Prämedikation mit i.v. Kortikoiden (Äquivalent von 100 mg Methyl-Pred.),
Antipyretika (z. B. Paracetamol 650–1000 mg) und Antihistaminika (z. B. Dephenhydramin 25–50 mg)
Postmedikation: Methylpred. 20 mg p. o. Tag 2 + 3; bei vorbestehender obstruktiver Lungenerkrankung siehe Fachinfo
antivirale Prophylaxe zur Vorbeugung einer H.-zoster-Reaktivierung

H-Form:

Inf.-Konz.-Fl.: 5 ml (100 mg) (1); 20 ml (400 mg) (1) (kühl lagern)

Denosumab (XGEVA®1, Prolia®2)

Appl.:

s. c.

Ind.:

  1. Prävention von skelettbezogenen Komplikationen bei Erw. mit Knochen-Met. solider Tumoren (XGEVA®)

Begleit-Tx bei Hormonablation bei Männern mit Prostata-Ka. und erhöhtem Frakturrisiko (Prolia®); Behandlung der postmenopausalen Osteoporose bei Frauen

Wirk.:

RANK-Ligand-Inhibitor

Elim.:

proteolytischer Abbau vorwiegend im RES

Dos.:

  1. 120 mg s. c. q4w (Begleitmedikation: Kalzium ≥ 500 mg und Vitamin D 400 IE, außer bei bestehender Hyperkalzämie);

60 mg s. c. alle 6 Mon.

wNW:

Diarrhö, Dyspnoe, Hypokalzämie, Hypophosphatämie, Kieferosteonekrose bes. nach invasiver Zahnbehandlung, Hyperhidrose

Cave:

Arzneimittelkommission der Ärztekammer (AkdÄ): Sicherheitshinweis zur Therapie mit Bisphosphonaten und Denosumab (1. Juni 2016)

Osteonekrosen des Kieferknochens und des äußeren Gehörgangs

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat eine UAW-Meldung zu Bisphosphonaten und Denosumab wegen Osteonekrosen des Kieferknochens und des äußeren Gehörgangs veröffentlicht: Im Zusammenhang mit einer Bisphosphonatbehandlung können neben den bekannten Osteonekrosen des Kiefers (osteonecrosis of the jaw, ONJ) auch Osteonekrosen des äußeren Gehörgangs (osteonecrosis of the external auditory canal, ONEAC) auftreten. Bei Symptomen wie Ohrenschmerzen, Ausfluss aus den Ohren oder Zeichen chronischer Ohrentzündungen unter laufender oder stattgehabter Behandlung mit Bisphosphonaten oder Denosumab sollte eine ONEAC differenzialdiagnostisch in Betracht gezogen werden. Der Verdacht erhärtet sich, wenn freiliegender Knochen im äußeren Gehörgang festgestellt wird, ohne dass sich bioptisch ein maligner Prozess nachweisen lässt.

H-Form:

Dst-Fl.1 120 mg, FS2 60 mg

Elotuzumab (Empliciti®)

Appl.:

Inf. über 60’ s.u.

Ind.:

multiples Myelom, 2nd-line Tx in Komb. mit Lenalidomid und Dexamethason

Wirk.:

humanisierter, moAK mit spezifischer Bindung an SLAMF7 (signaling lymphocyte activation molecule family member 7); SLAMF7 wird neben anderen Zellen des Immunsystems in hohem Maße auf Zellen des multiplen Myeloms exprimiert;
aktiviert die NK-Zellen und induziert eine ADCC

Dos.:

10 mg/kg; Zyklus 1 + 2: Tag 1, 8, 15, 22, ab Zyklus 3: Tag 1, 15, q4W
obligatorische Prämedikation s. u.;
Inf.-geschw. Appl. 1: 0–30’: 0,5; 30–60’: 1; ≥ 60: 2 ml/min; Appl. 2: 0–30’ 3; ≥ 30’: 4 ml/min; ab Appl. 3: 5 ml/min; Dauer insges. ca. 1 h; abhängig von Tox, Pause bei Tox ≥ 2

wNW:

virale und bakt. Infektionen, Lymphopenie, ANE-Syndrom, Diarrhö, infusionsbedingte Reaktionen. Sekundäre Malignitäten

Cave:

Prämedikation: 45–90’ vor Tx: Dexamethason 8 mg i.v.; H1-Blocker (z.B. Diphenhydramin 25–50 mg p.o./i.v.), H2-Blocker (z.B. Ranitidin 50 mg p.o./i.v.), Paracetamol 650–1000 mg p.o.
engmaschige Überwachung während der Applikation!

H-Form:

Tr-Fl. 300 mg (1), 400 mg(1)

Ibritumomab-Tiuxetan (RITx) (Zevalin®; Yttrium-90: Ytracis®)

Appl.:

Kit für die Zubereitung von mit 90Y-markiertem Ibritumomab-Tiuxetan zur Infusion

Ind.:

Konsolidierungs-Tx nach 1st-line-Remissionsinduktion bei Pat. mit CD20+ follikulärem B-Zell-Lymphom oder bei Rituximab-refraktären bzw. nach Tx mit Rituximab rezidivierten Pat.

Wirk.:

[90Y]-Zevalin bindet spezifisch an CD20 exprimierende maligne B-Zellen; an den moAK gekoppeltes Isotop 90Y ist ein reiner Betastrahler mit einer mittleren Reichweite von ca. 5 mm

Elim.:

proteolytischer Abbau (Zevalin), radioaktiver Zerfall (Yttrium)

HWZ:

[90Y]-Zevalin: 28 h; physikalische HWZ von 90Y: 64,1 h

Dos.:

Thrombozyten ≥ 150 000: 15 MBq [90Y]-Zevalin pro kg KG; Thr. 100 000–150 000: 11 MBq [90Y]-Zevalin pro kg KG; Thr. < 100 000 keine Zevalin-Konsolidierungs-Tx; MD: 1200 MBq

Prämed.:

Rituximab (250 mg/m²) 8 d und kurz vor der Zevalin-Tx

Komed.:

☞ Rituximab; Medikamente zur Tx von Überempfindlichkeitsreaktionen (Adrenalin, Antihistaminika und Kortikosteroide) müssen für den Fall einer allergischen Reaktion einsatzbereit zur Verfügung stehen

wNW:

sehr häufig: KM, Schwäche, Schüttelfrost, Fieber, Übelkeit

H-Form:

Kit mit 3,2 mg Ibritumomab-Tiuxetan (1,6 mg/ml)

Ipilimumab (Yervoy®)

Appl.:

i. v.

Ind.:

fortgeschr., vorbehandeltes malignes Melanom

Wirk.:

humanisierter moAK gegen CTLA-4 (cytotoxic T-lymphocyte antigen 4), der die körpereigene T-Zell-vermittelte Immunantwort verstärkt

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

3 mg/kg Inf. (90’) q3w x 4 Zyklen

wNW:

irAE*: Exanthem, Pruritus, Diarrhö, Kolitis, immunvermittelte Hepatitis, Neuropathie, ANE-Syndrom, Hypopituitarismus, SD-Fehlfunktion, Fieber (bei irAE* frühzeitige Behandlung mit Kortikosteroiden erwägen)

Cave:

vor jedem Zyklus Kontrolle der Leber- und SD-Funktion; lebensbedrohliche NNR-Insuffizienz möglich; Tx-Pause bei irAE* Grad 2 (CTCAE), Tx-Abbruch bei Grad 3/4 (☞ Fachinfo und Algorithmuskarten)

H-Form:

Dst-Fl. 50 mg (1), 200 mg (1)

*   irAE (immune-related adverse event): immunvermittelte Nebenwirkung

Necitumumab (Portrazza®)

Appl.:

Inf. über 60’, aber nicht länger als 120’

Ind.:

NSCLC (EGFR* exprimierendes PEC); 1st-line in Komb. mit Cisplatin/Gemcitabin

Wirk.:

Bindung mit hoher Affinität und Spezifität an den EGF-Rezeptor; Blockierung der weiteren Signalkaskade

Dos.:

800 mg Fixdosis Tag 1 + 8, q3W
als Trägerlösung nur NaCl 0,9%ig verwenden

wNW:

Hautreaktionen, venöse thromboemolische Ereignisse, Hypomagnesiämie

Cave:

bei Überempfindlichkeitsreaktionen u/o Hautreaktionen siehe Fachinf; bei der nächsten Applikation: Prämedikation mit Kortikoiden, Antipyretikum + Antihistaminikum

H-Form:

Dst-Fl. mit 800 mg

*   Obligatorische Testung vor Tx-Einleitung.

Nivolumab (Opdivo®; Nivolumab BMS®)

Appl.:

i. v.

Ind.:

1. Mono-Tx o. in Komb. mit Ipilimumab beim fortgeschr. Melanom (Opdivo®); Komb. nur bei Pat. mit niedriger PD-L1-Expression
2. fortgeschr. NSCLC mit PEC-Histologie nach vorheriger CTx (Opdivo®, Nivolumab BMS®)
3. 2nd-line Mono-Tx bei fortgeschr. Nierenzell-Ka.
4. rezidiviertes oder refraktäres klassisches Hodgkin-Lymphom

Wirkung

Bindung an PD-1-Rezeptor und Aufrechterhaltung der T-Zell-Aktivierung auch gegen Tumorzellen

Dos.:

3 mg/kg KG Inf. (60’) q2w;
bei V. a. immunvermittelte Tox CTCAE-Grad 2–3: Tx-Pause, bei Grad 4: Tx-Abbruch

wNW:

Infusionsreaktion; immunvermittelte NW: bes. Pneumonitis, Kolitis, Hepatitis, Nephritis, Endokrinopathie und Hautausschlag

Cave

verzögertes Einsetzen der Wirkung; bei immunvermittelter Tox Einleitung einer Kortikoid-Tx: 1 mg (Grad 2) oder 2–4 mg/kg KG (Grad 3–4) Methylprednisolon o. Äquiv.; mögliche Fortführung der Nivolumab-Tx nach langsamem Ausschleichen der Kortikoide

H-Form

Dst-Fl. 40 mg (1), 100 mg (1)

Obinutuzumab (Gazyvaro®)

Appl.:

i. v. (Inf.; Geschwindigkeit der Verträglichkeit anpassen, ☞ Fachinfo)

Ind.:

CLL: 1st-line-Tx in Kombination mit Chlorambucil, wenn Fludarabin-Tx nicht geeignet ist

Wirk.:

anti-CD20-moAK Typ II (humanisiert), Bindung an die extrazelluläre Schleife des CD20-AG; Vermittlung über AK-abhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC) und zelluläre Phagozytose (ADCF)

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

fixe Dosierung: Tag 1: 100 mg + 900 mg (bei guter Verträglichkeit, sonst 900 mg erst an Tag 2), Tag 8, 15: 1 000 mg, Wdh Tag 28

wNW:

infusionsbedingte Immunreaktionen (Zytokinfreisetzungs-Syndrom) mit schwerer Dyspnoe, Bronchospasmus (Angioödem) → Infusion sofort unterbrechen!, symptomatische Tx und enge Überwachung;
Leuko- oder Thrombopenie, Ig-Spiegel↓, B-Zell-Depletion (Erholung erst nach 9–12 Mon.) → Infektionsrisiko↑, Impfstatus vor Tx überprüfen

Cave:

bei hoher Leukozytenzahl Prophylaxe des Tumorlyse-Syndroms mit Hydratation und Urikostatika (z. B. Allopurinol) empfohlen;
Hypotonie während der Applikation möglich → ggf. Absetzen einer antihypertensiven Tx 12 h vor und nach der Obinutuzumab-Gabe

H-Form:

Dst-Fl. 1 000 mg (1)

Ofatumumab (Arzerra®)

Appl.:

Infusion

Ind.:

CLL: 1st-line Tx in Kombination mit Chlorambucil oder Bendamustin, wenn Fludarabin-Tx nicht möglich, oder 2nd/3rd-line nach Versagen von Fludarabin/Alemtuzumab

Wirk.:

moAK gegen CD20 (prä-B-, reife und neoplastische B-Lymphozyten); nach Bindung Zelllyse und Apoptoseinduktion durch komplementabhängige (CDC) und antikörperabhängige, zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC)

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

Mono-Tx: 300 mg (Woche 1), 2 000 mg/Wo. (Woche 2–8), danach 4 weitere Inf. à 2 000 mg in monatl. Abständen (insges. 12 Inf. über 6 Mon.); Kombinations-Tx: 300 mg (Woche 1), 1000 mg Woche 2, danach 1000 mg q4w

Prämed.:

Kortikosteroid i. v., Analgetikum u. Antihistaminikum (30’ bis 2 h vor Gabe von Ofatumumab); ☞ Fachinfo

wNW:

Infusionsreaktionen, Infektionen, Neutropenie

H-Form:

Dst-Fl. (Inf.-Konz.) 100 mg (3), 1 000 mg (1)

Olaratumab (Lartruvo™)

Appl.:

i. v. (Inf.; Geschwindigkeit der Verträglichkeit anpassen, ☞ Fachinfo)

Ind.:

fortgeschr. Weichteilsarkom in Kombination mit Doxorubicin für Pat., die für eine kurative Op oder RTX nicht geeignet sind und keine Vor-Tx mit Doxorubicin erhalten haben

Wirk.:

PDGFRα-Antagonist mit spezifischer Bindung und Blockierung der Signalübertragung des PDGFRα auf Tumor- und Stromazellen und damit einer Hemmung des Tumorwachstums

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

15 mg/kg KG Inf. an Tag 1 + 8, Wdh. Tag 22; Doxorubicin im Anschluss an die AK-Inf. nur an Tag 1
Prämedikation Tag 1 + 8: H1-Antagonist (+ Dexamethason) 30–60’ vor Tx; wenn keine Inf.-Reaktionen auftreten, kann Dexamethason entfallen
bei Inf.-Reaktion: abwarten und fortsetzen mit 50 %-Inf.-Geschw.; Gesamt-Inf.-Zeit max. 120’

wNW:

infusionsbedingte Immunreaktionen; Lympho- oder Neutropenie, Cephalgie, ANE-Syndrom, muskuloskelettäre Schmerzen

H-Form:

Dst.-Fl.50 ml (= 500 mg) (1)

Panitumumab (Vectibix®)

Appl.:

i. v.

Ind.:

EGFR exprimierende met. kolorektale Ka. mit RAS-wt*: 1st-line-Tx mit FOLFOX o. FOLFIRI, 2nd-line-Tx mit FOLFIRI, oder Mono-Tx nach Versagen von FU, Oxaliplatin o. Irinotecan-Tx

Wirk.:

humaner moAK gegen den EGFR; hemmt den Wachstums-Signalweg durch Blockade des Rezeptors

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

6 mg/kg KG als Inf. (60’) q2w, keine Prämedikation erforderlich

wNW:

Hypersensitivitätsreaktionen Grad 3 selten (< 1 %), alle anderen NW (außer Haut) Grad 3/4 jeweils < 1 %, Konjunktivitis; weitere NW ☞ Fachinfo

H-Form:

Inf.-Konz. 100 mg (1), 200 mg (1), 400 mg (1)

*   Der Nachweis des nicht mutierten RAS (RAS-Wildtyp) ist zwingend erforderlich.

Pembrolizumab (Keytruda®)

Appl.:

i. v.

Ind.:

Mono-Tx beim fortgeschrittenen Melanom

Wirk.:

Bindung an PD-1-Rezeptor und Potenzierung der T-Zell-Reaktion auch gegen Tumorzellen

Dos.:

2 mg/kg KG Inf. (30’) q3w;
bei immunvermittelter Tox WHO-Grad 2–3: Tx-Pause, bei Grad 4: Tx-Abbruch (außer bei Endokrinopathien, die durch Hormonsubstitution kontrolliert sind);
Tx-Abbruch, wenn die Kortikoid-Tx innerhalb von 12 Wo. nicht ≤ 10 mg Prednison-Äquivalent gesenkt werden kann; Einzelheiten ☞ Fachinfo

wNW:

Anaphylaxie; immunvermittelte Pneumonitis, Kolitis, Hepatitis, Nephritis, Endokrinopathie und Hautausschlag, ANE-Syndrom

H-Form:

Dst-Fl. 50 mg (1)

Pertuzumab (Perjeta®)

Appl.:

i. v. (Inf.; primär 60’, wenn möglich später in 30’)

Ind.:

fortgeschr. Mamma-Ka. mit HER2-Überexpression (IHC 3+ oder FISH pos.*): 1st-line-Tx in Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel; neoadjuvant in Kombination mit CTx und Trastuzumab

Wirk.:

Bindung an die extrazelluläre Dimerisierungdomäne der HER2, Hemmung der Heterodimerisierung mit EGFR, HER3 und HER4

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

ED: Initialdosis 840 mg Inf. (60’), Erhaltungsdosis 420 mg (30–60’) q3w;
Docetaxel nach Pertuzumab und Trastuzumab;
bei Abbruch von Trastuzumab-Tx auch Ende der Pertuzumab-Tx, Tx-Stopp von Docetaxel ohne Konsequenz für T. und P.

wNW:

Diarrhö, Alopezie, Neutropenie und febrile Neutropenie; kardiale NW, Exantheme, Kopfschmerzen, Fatigue, allergische Infusionsreaktion

Cave:

regelmäßige Kontrolle der Herzfunktion erforderlich, insbesondere bei Vor-Tx mit Anthrazyklinen

H-Form:

Inf.-Konz. 420 mg

*   immunhistochemischer Test (IHC) u/o FISH-Test obligatorisch vorgeschrieben

Ramucirumab (Cyramza®)

Appl.:

Inf. (1–2 h; ☞ Fachinfo); Appl. über eine Infusionspumpe mit separatem Infusionsbesteck mit einem 0,22 µm-Filter mit geringer Proteinbindungskapazität; darf nicht mit Dextroselösung gemischt werden

Ind.:

fortgeschr. Adeno-Ka. des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs mit PD nach Platin- und FU-haltiger CTx: in Kombination mit Paclitaxel oder als Mono-Tx bei KI gegen Paclitaxel

Wirk.:

humaner moAK, der am VEGF-Rezeptor-2 bindet und konsekutiv die Bindung von VEGF-A, C und D blockiert

Elim.:

nicht untersucht

Dos.:

8 mg/kg KG Tag 1+15 q4w (Paclitaxel 80 mg/m² Tag 1, 8, 15);
Ramucirumab jeweils vor Paclitaxel

wNW:

Myelodepression; Hyertonie, Blutungen, art. Thromboembolien, Proteinurie, Hypalbuminämie

KI:

Tx-Abbruch bei schwerem arteriellem thrombembol. Ereignis, GI-Perforation, Blutungen CTCAE Grad 3/4, Fisteln;
Tx-Pause von 4 Wo vor Op oder bei Wundheilungsstörungen

Cave:

obligatorische Prämedikation mit H1-Antagonist, bei NW Grad 1/2 (CTCAE) zusätzlich Dexamethason und Paracetamol (☞  Fachinfo!), bei NW Grad 3/4 Absetzen von Ramucirumab;
Kontrolle von RR und Protein im Urin; TX-Pause bei Hypertonie oder Protein im Urin > 2 g/24 h, ☞  Fachinfo

H-Form

Dst-Fl. (Inf.-Konz.) 1 000 mg (1)

Rituximab (MabThera®)

Appl.:

i. v.; Inf.-Geschwindigkeit initial 50 mg/h, je nach Verträglichkeit alle 30’ erhöhen bis max. 400 mg/h; bei nachfolgender Appl. Beginn mit 100 mg/h

Ind.:

follikuläres B-Zell-Lymphom (Stadium III + IV): 1st-line-Tx in Kombination mit einer CTx;
rez./refrakt. follikuläres B-Zell-Lymphom in der Induktions- und Erhaltungs-Tx;
CD20+ großzelliges diffuses B-Zell-Lymphom in Kombination mit CHOP;
CLL: 1st-line-Tx in Kombination mit CTx;
Off-label: bei allen anderen CD20+ indolenten und aggressiven B-Zell-Lymphomen/Leukämien und beim rez. Hodgkin-Paragranulom

Wirk.:

Bindung an das Transmembran-Antigen CD20 auf prä-B-, reifen und neoplastischen B-Lymphozyten (ca. 95 %); nach Bindung Zelllyse und Apoptoseinduktion; In-vitro-Studien zeigten eine Reversibilität der Resistenz gegen einige Zytostatika

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

375 mg/m²: bei Mono-Tx (primäre Induktion o. bei Rezidiv) wö. x 4, bei Kombinations-Tx an Tag 1 der CTx über 8 Zyklen;
CLL: 500 mg/m² ab dem 2. Zyklus

Komed.:

Kortikosteroid (wenn nicht bei der CTx implementiert), evtl. Analgetikum und Antihistaminikum

wNW:

Blutdruckabfall → Absetzen der antihypertensiven Medikation 12 h vor der Tx; selten Leuko- oder Thrombopenie bei normalen Ausgangswerten, Ig-Spiegel↓, B-Zell-Depletion → Infektionsrisiko↑ (Erholung erst nach 9–12 Mon.) → Impfstatus vor Tx überprüfen

Cave:

Zytokinfreisetzungs-Syndrom mit schwerer Dyspnoe, Bronchospasmus (Angioödem) → Infusion sofort unterbrechen!, symptomatische Tx und enge Überwachung;
Tumorlyse-Syndrom (Gefahr bei großer Tumorlast oder CLL mit hoher Lymphozytenzahl): 50 % Startdosis u. langsame Inf.-Geschwindigkeit beachten; nächste Gabe nach Abklingen aller Symptome mit 50 % der Anfangsdosis

H-Form:

Inf.-Konz. 100 mg (2) und 500 mg (1)

Rituximab (MabThera® SC)

Appl.:

s. c. (in die Bauchdecke) über ca. 5’

Ind.:

Non-Hodgkin-Lymphome bei erwachsenen Pat.:
1st-line-Tx in Kombination mit CTx bei follikulärem L. Stadium III–IV;
Erhaltungs-Tx bei follikulärem L. nach Ansprechen auf die 1st-line-Tx;
in Komb. mit CHOP bei CD20+ diffus-großzelligem B-Zell-Lymphom

Wirk.:

☞  Rituximab

Elim.:

☞ Rituximab

Dos.:

Fixdosis (unabhängig vom Körpergewicht) 1400 mg s. c.;
bei Tox keine D-Red. von Rituximab, ggf. Reduktion der Zytostatikadosis; s. c. Gabe an Tag 1 nach der Kortikosteroidgabe im Rahmen der CHOP-Tx; Wdh wöchentlich

Komed.:

oblig. Prämedikation mit einem Analgetikum/Antipyretikum (z. B. Paracetamol) und einem Antihistaminikum (z. B. Diphenhydramin), evtl. Kortikosteroid, wenn nicht bei der CTx implementiert

wNW:

☞ Rituximab; lokale Hautreaktionen

Cave:

☞ Rituximab; s. c. Anwendung nur bei Pat., die zuvor eine volle i. v. Dosis problemlos erhalten haben;
↑PML-Risiko (progr. multifokale Leukenzephalopathie) → regelmäßige Kontrolle von kognitiven, neurologischen u. psychischen Symptomen durch Arzt, Pat. oder Partner, im Zweifelsfall neurolog. Konsil!

H-Form:

Dst-Fl. 1400 mg (1)

Trastuzumab (Herceptin®)

Appl.:

i. v. (Inf., primär 90’ mit 2 mg/ml, bei guter Verträglichkeit 30’)

Ind.:

  1. Mamma-Ka. mit HER2-Überexpression (IHC 3+ oder FISH pos.*):
    Mono-Tx 3rd-line nach CTx mit Taxanen und Anthrazyklinen;
    palliative Tx in Kombination mit Taxanen als 1st-line-Tx;
    palliative Tx in Kombination mit einem Aromatasehemmer;
    prä- und postop. adjuvant in Kombination mit CTx u/o RTx
  2. met. Adeno-Ka. des Magens/AEG-Ka. mit HER2-Überexpression*:
    1st-line in Kombination mit Cisplatin und Capecitabin

Wirk.:

Bindung an das Transmembran-Antigen HER2/neu

Elim.:

proteolytischer Abbau

Dos.:

ED q1w: Initialdosis 4 mg/kg KG, dann 2 mg/kg KG;
ED q3w: Initialdosis 8 mg/kg KG, dann 6 mg/kg KG;
Beginn simultan mit CTx (bei Anthrazyklinen sequenziell) oder RTx

wNW:

Infusionsreaktionen, kardiale NW →  regelmäßige Kontrolle der Herzfunktion erforderlich

Cave:

außerhalb von Studien keine simultane Gabe von Trastuzumab und Anthrazyklinen, keine Anthrazykline innerhalb von 24 Wo. nach Trastuzumab;
Tx bei kardial schwer vorgeschädigten Pat. abwägen

H-Form:

Dst-Fl. mit 150 mg Lyophilisat

*   immunhistochemischer Test (IHC) u/o FISH-Test obligatorisch vorgeschrieben

Trastuzumab (Herceptin® s. c.)

Appl.:

s. c. (in die Bauchdecke) über 2–5’

Ind.:

Mamma-Ka. ☞ Trastuzumab i. v. (für Magen-Ka. keine Zulassung)

Wirk.:

☞ Trastuzumab i. v.

Elim.:

☞ Trastuzumab i. v.

Dos.:

Fixdosis 600 mg/5 ml s. c. q3w;
Tx-Pause bei Absinken der LVEF um ≥ 10 Prozentpunkte unter den Ausgangswert und Absinken unter 50 %

wNW:

wegen möglicher NW sollten die Pat. bei der 1. Gabe 6 h und in den nachfolgenden Tx 2 h überwacht werden; kardiale NW → regelmäßige Kontrolle der kardialen Ejektionsfraktion (LVEF)

Cave:

☞ Trastuzumab i. v.

H-Form:

L-Fl. 600 mg/5 ml (1)

Trastuzumab Emtansin (Kadcyla®)

Appl.:

i.v. (Inf., primär über 90’, bei guter Verträglichkeit 30’);
Konzentrat mit 0,45 oder 0,9 % NaCl verdünnen, PVC-freie Infusionsbeutel mit 0,22 Mikron In-line-Filter aus PES (nur bei 0,9 % NaCl)

Ind.:

HER2-pos.* fortgeschr. Mamma-Ka. nach Vor-Tx mit Trastuzumab und Taxan

Wirk.:

Antikörper-Mikrotubulinhemmer-Konjugat: antikörpervermittelte Bindung und Internalisierung in die Tumorzelle, Freisetzung des Wirkstoffs DM1 in der Tumorzelle

Elim.:

Trastuzumab: Metabolisierung; DM1: Abbau über CYP3A4

Dos.:

ED 3,6 mg/kg KG als Inf. q3w;
D-Red. Stufe 1: 3 mg/kg KG, Stufe 2: 2,4 mg/kg KG;
Tx-Pause oder Ende bei Tox Grad 3/4 von AST/ALT, Bilirubin, Thrombozyten oder LVEF; ☞ Fachinfo

wNW:

Thrombozytopenie, interstitielle Lungenerkrankung (Epistaxis, Husten, Dyspnoe), ANE-Syndrom, Fatigue, Kardio-Tox (LVEF↓); Transaminasen

KI:

interstitielle Lungenerkrankung, linksventrikuläre Dysfunktion, Thrombozyten < 50 000/µl

H-Form:

Tr-Fl. 100 mg, 160 mg

*   obligatorischer Test mit IHC oder FISH