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Supportive Therapie - Medikamente - Zytokine

Medikamente

Zytokine

 

Aldesleukin (Interleukin-2) (Proleukin® S)

Appl.:

s. c., kont. Dauerinfusion, Inhalation (experimentell)

Ind.:

met. Nierenzell-Ka. entsprechend den u. a. Risikofaktoren

Wirk.:

Proliferation und Stimulation von T-, B-Lymphozyten und Makrophagen; Induktion und Freisetzung weiterer Zytokine (Zytokinkaskade)

Dos.:

☞ Anwendungsprotokoll

KI:

ZNS-Met., schwere Herz- u. weitere Erkrankungen; nicht anwenden bei ECOG ≥ 1 und Met. in > 1 Organ und Intervall zwischen Primärtumor und Met. < 24 Mon.; nicht anwenden bei ECOG ≥ 2 (☞ Fachinfo)

wNW:

Kapillarleck-Syndrom (generalisierte Ödeme), Dermatitis, ANE, Exazerbation von Autoimmunkrankheiten u. v. a. schwere NW (☞ Fachinfo)

H-Form:

Tr-Fl. 18 Mio IE

Darbepoetin α (Aranesp®)

Appl.:

i. v., s. c.

Ind.:

symptomatische Anämie bei Erwachsenen mit nicht myeloischen malignen Erkrankungen unter CTx

Wirk.:

Stimulation der Erythropoese

Dos.:

6,75 µg/kg KG s. c. q3w, oder 2,25 µg/kg KG q1w;
D-Red. bei Hb-Anstieg > 2 g/dl in 4 Wo. und bei Erreichen des Tx-Ziels

wNW:

Hypertonie, Allergie, Ödeme, Schmerzen an der Einstichstelle (s. c.), thrombembolische Ereignisse, Einzelfälle von Erythroblastopenie u. a. m. (☞ Fachinfo)

Cave:

Einsatz nur unter CTx; anhaltender Hb-Wert > 12 g/dl sollte vermieden werden; Anwendung bei Lebererkrankung, Sichelzellanämie, Epilepsie mit Vorsicht; Kontrolle Eisenstatus vor und während der Behandlung und ggf. Eisengabe; nicht mit anderen Arzneimitteln mischen oder als Infusion mit solchen verabreichen; Bevorzugung von Transfusion vs Epo unter Berücksichtigung der Tumorentität, der Klinik, des Pat.-Wunsches und der aktuellen Studienlage; ☞ Epoetin-α und ☞ Kap. C2.1

KI:

Erythroblastopenie unter Tx, unkontrollierter Bluthochdruck, schwere Herz- oder Gefäßerkrankung (Angina pectoris, Insult)

WW:

potenziell mit Ciclosporin u. Tacrolimus (Spiegelkontrolle)

H-Form:

FS (s. c., i. v.) 10 bis 500 µg und Fertigpen (s. c.) 40 bis 500 µg

Eltrombopag (Revolade®)

Appl.:

p. o.

Ind.:

splenektomierte Pat. mit Tx-refraktärer chron. Immunthrombozytopenie (ITP); als Zweitlinien-Tx bei nicht splenektomierten Pat., für die eine Op kontraindiziert ist

Wirk.:

Thrombopoetinrezeptor-Agonist

Dos.:

Initialdosis 50 mg (☞ Cave), danach ggf. Dosisanpassung auf 25 o. 75 mg in Abhängigkeit von der Thrombozytenzahl

KI:

keine

wNW:

keine; häufige NW ☞ Fachinfo

WW:

Inhibitoren des OATP1B1-Transporters, Statine, polyvalente Kationen (z. B. Ca2+, Milchprodukte)

Cave:

Pat. ostasiatischer Herkunft: Initialdosis 25 mg; Hepato-Tox (Transaminasenanstieg)

H-Form:

Filmtbl. 25 mg (14/28), 50 mg (14/28), 75 mg (14/28)

Erythropoetin (Epoetin α) (Abseamed®, Binocrit®, Epoetin alfa HEXAL, Erypo®)

Appl.:

i. v., s. c.

Ind.:

Anämie und Reduktion des Transfusionsbedarfs bei Erwachsenen mit soliden Tumoren, malignen Lymphomen und multiplem Myelom unter CTx

Wirk.:

Stimulation der Erythropoese

Dos.:

150 IE/kg KG 3 x/Wo. o. 450 IE/kg KG 1 x/Wo. (Steigerung ☞ Fachinfo)

KI:

Erythroblastopenie unter Tx, unkontrollierter Bluthochdruck, schwere Herz- oder Gefäßerkrankung (Angina pectoris, Insult)

wNW:

lokale Rötung, allergische Reaktionen, Blutdruckanstieg, Kopfschmerzen, thrombotische Ereignisse, selten Erythroblastopenie

Cave:

Hb-Anstieg > 12 g/dl oder > 2 g/dl innerhalb von 4 Wo. vermeiden;
Kontrolle des Eisenstatus vor und unter Tx, Eisensubstitution bei Transferrinsättigung < 20 %;
Vorsicht bei erhöhtem Risiko für thrombotisch-vaskuläre Ereignisse, bei chron. Leberinsuffizienz, Sichelzellanämie und Epilepsie;
Epo (Nutzen-Risiko-Bewertung ☞ Fachinfo) unter Berücksichtigung der Tumorentität, der Klinik, des Pat.-Wunsches und der aktuellen Studienlage einsetzen (Alternative: Transfusion); ☞ Kap. C2.1

WW:

potenziell Ciclosporin (Spiegelkontrolle)

H-Form:

FS 1 000 bis 40 000 IE (☞ Fachinfo)

Erythropoetin (Epoetin β) (NeoRecormon®)

Appl.:

i. v., s. c.

Ind.:

symptomat. Anämie bei Erwachsenen mit nicht myeloischen malignen Erkrankungen unter CTx

Wirk.:

☞ Epoetin α

Dos.:

3 x 10 000 IE oder 1 x 30 000 IE/Wo. (entspr. ca. 450 IE/kg pro Wo. bei durchschnittl. Gew.; Dosisanpassung ☞ Fachinfo)

KI:

☞ Epoetin α

wNW:

☞ Epoetin α

Cave:

☞ Epoetin α

WW:

☞ Epoetin α

H-Form:

FS 500 bis 30 000 IE (☞ Fachinfo)

Erythropoetin (Epoetin ζ) ( Retacrit®)

Appl.:

i. v., s. c.

Ind.:

☞ Epoetin α

Wirk.:

☞ Epoetin α

Dos.:

wie Epoetin α

KI:

☞ Epoetin α

wNW:

☞ Epoetin α

Cave:

☞ Epoetin α

WW:

☞ Epoetin α

H-Form:

FS 1 000 bis 40 000 IE (☞ Fachinfo)

Erythropoetin (Epoetin θ) (Biopoin®, Eporatio®)

Appl.:

i. v., s. c.

Ind.:

☞ Epoetin β

Wirk.:

☞ Epoetin α

Dos.:

1 x 20 000 IE/Wo. (Steigerung ☞ Fachinfo)

KI:

☞ Epoetin α

wNW:

☞ Epoetin α

WW:

☞ Epoetin α

Cave:

☞ Epoetin α

H-Form:

FS 1 000 bis 30 000 IE (☞ Fachinfo)

Filgrastim (G-CSF) (Neupogen® und viele Generika)

Appl.:

s. c., i. v.

Ind.:

Verkürzung der Neutropeniedauer und Verminderung von neutropenischem Fieber unter CTx einer malignen Erkrankung (außer CML und MDS), nach myeloablativer Tx, Stammzellmobilisierung; schwere chron. Neutropenie, Pat. mit HIV-Infektion

Wirk.:

Stimulation der Proliferation, Differenzierung und Aktivierung von Progenitorzellen der Granulopoese

Dos.:

nach konventioneller CTx: 5 µg/kg KG/d s. c. (Beginn frühestens 24 h nach Tx bis zum Anstieg der Granulozyten in den Normbereich);
10 µg/kg KG/d zur Stammzellmobilisierung, weitere Dosisempfehlungen ☞ Fachinfo

wNW:

Knochenschmerzen, reversible Erhöhung von LDH, AP, Harnsäure, γ-GT; Splenomegalie, sehr selten Milzruptur, kutane Vaskulitis, sehr selten allergische Reaktionen, BB-Veränderungen; Einzelheiten zu NW ☞ Fachinfo

KI:

MDS und CML (Biograstim®, Nivestim™, Ratiograstim®); schwere kongenitale Neutropenie mit zytogenetischen Anomalien

Cave:

keine Gabe 24 h vor bis 24 h nach CTx; Schwangerschaft: Risikoabwägung; Anwendungsbeschränkung bei CML, MDS (Neupogen®, F.-Hexal), spez. Formen von AML, Drepanozytose ☞ Fachinfo

H-Form:

FS 12 Mio E (120 µg), 30 Mio E (300 µg) und 48 Mio E (480 µg)

Interferon-α (Intron® A1 (IFNα2b), Roferon®-A2 (IFNα2a))

Appl.:

meist s. c., selten i. v.

Ind.:

CML, kutanes T-Zell-Lymphom, Haarzell-Leukämie, multiples Myelom, follikuläre Lymphome, Nierenzell-Ka., malignes Melanom (hier IFNα2b auch hoch dosiert i. v.), Kaposi-Sarkom, Karzinoid

Wirk.:

nicht in allen Einzelheiten geklärt; Induktion von Makrophagen u. weiteren Zytokinen, NK-Zellen sowie Genaktivierung u. direkter Einfluss auf Stoffwechselvorgänge

Dos.:

unterschiedlich: Standard 3–5 Mio IE/d, ☞ Fachinfo;
adjuvante HD-Tx beim malignen Melanom: IFNα2b bis zu 20 Mio IE/m²/d i. v., ☞ Fachinfo Intron® A

KI:

Intron® A: schwere Nierenfunktionsstörung

wNW:

grippeartige Symptome (Fieber, Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit → durch Paracetamol zu kupieren), Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Depression, Hyper- und Hypotonien, Ödeme, Neuropathie etc.

WW:

☞ Fachinfo

H-Form:

L-Fl.1 18, 25 Mio IE; Pen1 18, 30, 60 Mio IE
FS2 3 bis 9 Mio IE

Lenograstim (G-CSF) (Granocyte®)

Appl.:

s. c., i. v. (Infusion)

Ind.:

  1. Verkürzung der Neutropeniedauer u. Reduktion neutropenischer Komplikationen unter CTx mit hoher Inzidenz neutropen. Fiebers
  2. Verkürzung der Neutropeniedauer nach myeloablativer CTx u. SZT bei nicht myeloischen malignen Erkrankungen
  3. SZ-Mobilisierung zur Separation (auch Spender)

Wirk.:

Verstärkung der Proliferation, Differenzierung und Aktivierung von Progenitorzellen der Granulopoese

Dos.:

150 µg/m²/d zur Verkürzung der CTx-induzierten Neutropenie, zur Stammzellmobilisierung nach vorausgegangener CTx und nach SZT;
10 µg/kg zur Stammzellmobilisierung ohne CTx

KI:

Pat. mit myeloischen Erkrankungen außer neu diagnostizierten AML;
Pat. mit neu diagnostizierter AML < 55 J u/o mit guter Zytogenetik

wNW:

Hypersensitivität, Knochenschmerzen, häufig Anstieg von LDH u. a. Enzymen, Splenomegalie, sehr selten Milzruptur, BB-Veränderungen; weitere NW ☞ Fachinfo

Cave:

keine Gabe 24 h vor bis 24 h nach CTx

H-Form:

Tr-Fl. 13 Mio E (105 µg) u. 34 Mio E (263 µg)

Lipegfilgrastim (Lonquex®)

Appl.:

s. c.

Ind.:

Verkürzung der Neutropeniedauer, Verminderung der Häufigkeit neutropenischen Fiebers unter zytostat. CTx (nicht CML und MDS)

Wirk.:

☞ Filgrastim

Dos.:

6 mg s. c. pro CTx-Zyklus, jeweils ca. 24 h nach CTx

wNW:

Thrombopenie, Leukozytose, Knochenschmerzen, Myalgie, pulmonale NW, Splenomegalie, gelegentlich Milzruptur, Schmerzen an der Einstichstelle, allergische Reaktion (☞ Filgastrim und ☞ Fachinfo)

H-Form:

FS 6 mg (1)

Palifermin (Kepivance®)

Appl.:

i. v. (Bolus)

Ind.:

Reduktion von Häufigkeit, Dauer und Schwere oraler Mukositis bei Pat. mit malignen hämatologischen Erkrankungen unter myeloablativer kombinierter RTx/CTx mit hoher Inzidenz von schwerer Mukositis

Wirk.:

Stimulation von Proliferation, Differenzierung und Hochregulation von zytoprotektiven Mechanismen bei Epithelzellen

Dos.:

60 µg/kg/d i. v. an den 3 d vor u. 3 d nach myeloablativer Tx mit SZT;
letzte der ersten 3 Dosen 24–48 h vor Beginn der myeloablativen Tx;
erste der zweiten 3 Dosen noch am Tag der SZ-Inf., ☞ Fachinfo

wNW:

Anschwellen der Zunge, Geschmacksirritationen, Erytheme, Ausschlag, Juckreiz, Arthralgien, Amylase↑, Lipase↑ u. w. NW, ☞ Fachinfo

Cave:

KI bei Allergie gegen E.-coli-Eiweiß; nicht innerhalb 24 h vor, während oder 24 h nach CTx anwenden; > 4 Tage Intervall zwischen letzter und neuer Gabe; Bindung der Substanz an Heparin in vitro (☞ Fachinfo)

H-Form:

Tr-Fl. 6,25 mg (6)

Pegfilgrastim (Neulasta®)

Appl.:

s. c.

Ind.:

Verkürzung der Neutropeniedauer, Verminderung der Häufigkeit neutropenischen Fiebers unter zytostatischer CTx (nicht CML und MDS)

Wirk.:

☞ Filgrastim

Dos.:

6 mg s. c. pro CTx-Zyklus, jeweils ca. 24 h nach CTx

wNW:

Knochenschmerzen, Myalgie, Splenomegalie, gelegentlich Milzruptur, Schmerzen an der Einstichstelle, allergische Reaktion (☞ Filgastrim und ☞ Fachinfo)

Cave:

nicht anwenden bei der seltenen hereditären Fruktoseintoleranz

H-Form:

FS 6 mg (1)

Romiplostim (Nplate®)

Appl.:

s. c.

Ind.:

splenektomierte Pat. mit Tx-refraktärer chron. Immunthrombozytopenie (ITP); als 2nd-line-Tx bei nicht splenektomierten Pat., für die eine Op kontraindiziert ist; Einsatz bei MDS in Studien

Wirk.:

Thrombopoetinrezeptor-Agonist, stimuliert die Thrombozytenbildung

Dos.:

initial 1 µg/kg s. c. (q1w); Anpassung ☞ Fachinfo

wNW:

Arthralgie, Myalgie, Müdigkeit, GI Symptome, Fälle von thrombembolischen Ereignissen (auch bei chron. Hepatopathie ☞ Fachinfo), Progression zur AML bei MDS, Immunogenität

H-Form:

Dst-Fl. 250 µg (1/4), 500 µg (1/4)

Tasonermin (TNFα-1a) (Beromun®)

Appl.:

i. a. (intraarteriell)

Ind.:

isolierte Extremitätenperfusion (ILP) in Kombination mit Melphalan in Hyperthermie bei nicht resezierbarem Weichteilsarkom der Extremitäten

Wirk.:

direkt (Hemmung der Tumorzellproliferation, Effekte auf Tumorvaskularisierung) sowie indirekt (Immunmodulation, insb. der zellulären Immunantwort)

Dos.:

obere Extremität: 3 mg; untere Extremität: 4 mg

KI:

schwere Organfunktionsstörungen, Gerinnungsstörungen, Bili↑ > 1,25 x ULN, Hyperkalzämie, Kombination mit kardiotoxischen Substanzen (Anthrazykline)

wNW:

Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Arrhythmien, ARDS, Hautnekrosen, Sepsis, Wundheilungsstörung, gelegentlich akutes Nierenversagen

Cave:

nur in Zentren mit Erfahrung in der ILP, kontinuierliche Überwachung einer systemischen Arzneimittelleckage (keine systemische Gabe von Tasonermin!), Möglichkeit der Intensivüberwachung

H-Form:

Dst-Fl. 1 mg (4)